Archiv des Autors: Christian
Qualitätsjournalismus?
Tagesaktueller Journalismus ist ein hartes Geschäft. Ich weiß, wovon ich rede. Deshalb sollte ich an dieser Stelle im Hinblick auf das schwierige Tagesgeschäft nicht an den Qualitätsjournalismus erinnern. Auch nicht in Bezug auf das derzeitige unangefochtene Leitmedium Spiegel Online. Aber ich muss ganz kurz ein wenig Luft ablassen. Und an die Qualität erinnern. Zudem werden die Verantwortlichen des betreffenden Online-Nachrichtenmagazins gerne und oft zitiert, wenn es um “Qualitätsjournalismus” geht (allein die Google-Suche liefert dazu über 100 Einträge).
Stein meines Anstoßes ist ein Spiegel Online-Beitrag zu der gestrigen Echo-Verleihung. In seinem Artikel “Drei Stunden deutscher Glamour“, der auf den Sozialen Netzwerken mehr als 200 Mal verlinkt und auf der Artikelseite selbst über 60 Mal (Stand Freitag 13 Uhr) kommentiert wurde, bleibt einiges im Unklaren. So schreibt der Autor Tim Caspar Boehme zum Beispiel zur (bereits im Vorfeld kontrovers diskutierten) Ausladung der Band Frei.Wild: “Unterstützung bekamen sie von der NPD, die eine Mahnwache für Frei.Wild ankündigte. Zur feierlichen Veranstaltung am Donnerstag erschienen einige Fans der mutmaßlich rechten Band an den Berliner Messehallen.” Hmm. Fällt da niemandem etwas auf? Da bleiben doch meiner Meinung nach einige Fragen offen. Zum Beispiel: Was ist eine rechte Band? Was ist aus der angekündigten Mahnwache der NPD geworden? Und vor allem wieviel sind “einige Fans”? Geht es da bitte etwas detailierter bzw. genauer? Sind es drei, vielleicht dreißig oder gar dreihundert?
Weiter im Text wird die Moderatorin dazu ins Spiel gebracht. Und zwar mit den Worten: “Helene Fischer, die Moderatorin des Abends, erwähnte Frei.Wild verständlicherweise mit keinem Wort.” Warum verständlicherweise? Wäre es nicht die Pflicht der Moderatorin gewesen, kurz auf den Sachverhalt einzugehen und dazu Stellung zu nehmen? Das sieht der Autor des Artikels anscheinend anders. Auch mit den teilnehmenden KünstlerInnen hat er so seine Probleme: Die Amerikanerin Lana del Rey beschreibt er mit den Worten “juvenile Nostalgie-Pop-Ikone”. Über diese Bezeichnung dürfte sich allein die New Yorkerin selbst freuen. Sollte Sie den Artikel übersetzt bekommen. Immerhin hat die “juvenile” 26-jährige, die mit richtigem Namen Elizabeth Grant heißt, ihren “Ikonenstatus” wodurch erreicht? Durch bislang ein Album auf dem Markt?
Auch in Punkto Verteilung der Preise gab es einige Unklarheiten. So schrieb Tim Caspar Boehme über eine Verleihung: “In dem fast dreistündigen Fernsehelend – es galt 27 Kategorien durchzuhecheln -, überraschten gelegentliche erfrischende Wendungen. So konnte Harold Faltermeyer als Laudator…” Stop. Fernsehelend? – Warum? Erfrischende Wendungen? Etwa von links nach rechts? Oder “von vorhersehbar zu unvorhersehbar”? Und wenn Letzeres, welche Vergabe war vorhersehbar und warum?
Nein, mit den Verben, Adjektiven und Mutmaßungen hat sich der Autor des Artikels ein ums andere Mal – um es vorsichtig zu formulieren – vergriffen. Nicht, dass ich an dieser Stelle missverstanden werde. Nichts liegt mir ferner, als Kollegen zu kritisieren oder zu beleidigen. Zudem habe ich ihn zahlreichen Artikeln und Tätigkeiten immer wieder auf die hervorragenden Artikel von Spiegel Online verwiesen. Aber diese Bezeichnungen, Mutmaßungen, Halb-Informationen haben mit “Qualitätsjournalismus” nur sehr wenig zu tun. So, das musste jetzt kurz einmal raus.
TweetChancen im Web 2.0 für die “Best Ager”
“Typisch Deutsch” könnte man meinen. Dass die Skepsis zwar in vielen Fällen berechtigt ist, dennoch mehr Vorteile und Chancen für jede Altersgruppe in den Web 2.0 Portalen stecken, darauf durfte ich in einem Fachvortrag am gestrigen Dienstagabend im Rahmen einer “Netzwoche” aufmerksam machen. Die Netzwoche zum Thema “Neue Möglichkeiten im Internet – Chancen und Risiken” wurde (parallel zur CeBIT in Hannover) von der Volksbank Ochtrup initiiert. Eine tolle und wichtige Idee. Auch, weil verschiedene Altersgruppen (und Kunden der Volksbank) angesprochen werden und weil es immer noch mehr offene Fragen als Antworten zu diesem Themenkomplex gibt. Danke für die Einladung. Mehr dazu finden Sie auf der Seite der Volksbank Ochtrup, ihre Ansprechpartnerin ist Melina Schnieders.
TweetSchikaniert im Netz
Photo: Dieter Schütz pixelio.de
Das Internet hat mittlerweile einen festen Platz im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Laut (N)ONLINER-Atlas sind 2012 75,6 Prozent der Deutschen online, in der Altersgruppe bis 19 Jahren sind es rund 98 Prozent. Dass das Internet aber nicht nur Verbindungen schafft, sondern auch zahlreiche Gefahren – vor allem für Kinder und Jugendliche bereithält-, das wissen wir längst, davon berichten zudem immer mehr Studien. Und die Gefahren sind leider vielfältig. Jugendliche exponieren sich heutzutage stark in sozialen Netzwerken. Dadurch sind sie beispielsweise auch Cybermobbing ausgesetzt. Das Schikanieren im Netz nimmt rasant zu. Wie die TU Berlin in ihrer Studie zum Thema herausfand, sind die Formen der digitalen Verunglimpfung vielfältig. Weil die Lehrerinnen und Lehrer an der betroffenen Schule oft ratlos sind, hat die Uni Münster jetzt ein Präventionskonzept gegen Cybermobbing (“Surf Fair”) erarbeitet. Ich werde mich dem Thema ab März nähern, wenn meine Kurse für Lehrer/innen, Eltern, Schüler und Betroffene an der VHS Münster und an den Schulen des Landes beginnen. Auch Versicherungen haben das Thema längst erkannt und ihre eigenen “Produkte” dazu entwickelt, wie beispielsweise das “LegisDigit” der Mutuel Versicherungen. Eine Versicherung gegen Datenklau, Mobbing und Co… was (auch) diese virale Kampagne deutlich macht…
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Gebet zur Taufe
Aus gegebenem Anlass:
Ein Kind ist uns geboren
Ein Kind ist uns geboren,
lebendig und geliebt,
die Welt ist nicht verloren,
solang es Kinder gibt.
Und wir sehen dich an,
wie du schläfst, wie du wachst,
und wir lächeln dir zu,
ob du weinst oder lachst.
Und wir danken für dich,
und wir bitten den Herrn,
ach, beschütz unser Kind,
denn wir haben es gern.
Und wir wünschen so sehr,
dass du wächst und gedeihst,
bis du selber erkennst,
wer du bist, wie du heißt.
Ein Kind ist uns geboren,
lebendig und geliebt,
die Welt ist nicht verloren,
solang es Kinder gibt.
(Lothar Zenetti)
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