Der Innenminister und die „Bild“-Zeitung

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Screenshot Bildblog Muslim StudieNoch eine Politiker-Dimission? Bloß nicht! Bitte nicht noch einen weiteren Politiker-Skandal à la Wulff. Kein Politiker will es sich kurz vor den Wahlen mit den Medien verscherzen. Und erst recht nicht mit Deutschlands größter Tageszeitung. Also werden Informationen vorab lanciert. Und auf Nachfrage wird dieser Vorgang dementiert. „Wulffen“ nennt man so etwas auf dem Schulhof. Ein Skandal! So geschehen Anfang März. Die „Bild“-Zeitung hatte die Ergebnisse einer differenzierten Untersuchung über Einstellungen von Muslimen in Deutschland so verfälscht (siehe Ausschnitt), dass sich mit ihnen Schlagzeilen und Agenturmeldungen generieren ließen. Der federführende Autor der Studie, Wolfgang Frindte, war entsetzt. „Bild“ hatte die Studie offenbar vorab erhalten. Die Frage war nur, von wem. In einem Interview mit der engagierten Journalistin Marietta Slomka verneinte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), einer Tageszeitung die Informationen vorab zugespielt zu haben. Wie sich heute herausstellte, hatte er damit die Unwahrheit gesagt. Auf eine Anfrage der Links-Partei musste das Ministerium jetzt einräumen, dass die „Bild“-Zeitung von der Pressestelle vorab ein Vorabexemplar der Studie erhalten hatte, angeblich zur Vorbereitung eines Interviews mit dem Minister. Derzeit zieht im Internet ein „Shitstorm“ (ZEIT online, Focus online) über das Innenministerium hinweg. Dementis, Unwahrheiten, Angst vor Tageszeitungen…, in was für einem Land lebe ich eigentlich?

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