Texterstellung, Beratung, Lektorat

Hervorgehoben

_74A2071_htWorte verändern. Wirken. – Wie ich etwas lese und vor allem was ich dann lese hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Erwartungshaltung auf der Senderseite ist oft größer als der Erfahrungshorizont auf Empfängerseite. Die Ansprache misslingt. Das muss nicht sein.

Meine Aufgabe ist es, komplexe Sachverhalte mit einfachen, leicht verständlichen Worten zu beschreiben. Auf den unterschiedlichsten Wegen und Plattformen. Unterhaltsam, kompetent und eloquent. In Form einer Pressemitteilung, eines Artikels, einer Rezension oder eines Vortrages. Gerne kümmere ich mich auch um ihr Anliegen oder um ihren Content. Damit die Ansprache gelingt.

Die Bigotterie von Facebook

(c) Xurzon.com.

(c) Xurzon.com.

“Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein”. Das schrieb Jürgen Rüttgers (CDU) in der “Frankfurter Rundschau”. Im Juli 1996. Daraufhin erklärte der damalige Bundesforschungsminister, das in seinem Ministerium vorbereitete Multimediagesetz werde genau das verhindern. Und mehr noch: “Netzbeschmutzern muss das Handwerk gelegt werden.” Zu diesem Zeitpunkt war ich Anfang 20. Eine Homepage lies sich rasch mit ein paar wenigen html-Codes zusammenfrickeln. Mein Vorschlag, meinem damaligen Arbeitgeber, dem Bauverlag in Gütersloh, einen neuen Online-Auftritt zu spendieren, war damals so spektakulär, dass ich meine Ideen in einem Meeting dem obersten Verlagsleiter präsentieren durfte. Schöne Zeiten! Drei Jahre später verbrachte ich wenige Tage in Berlin, August 1999, Funkaustellung. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Werner Müller forderte bei der Eröffnung einen “verbindlichen Rechtsrahmen” für die “neuen Medien”. Denn: “Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.” Mir kamen die damaligen Verantwortlichen allesamt wie blinde Dinosaurier vor, die unwissend, irgendwo in Deutschland ihren moralischen (Volksvertreter-)Zeigefinger in ihren wolkenlosen Himmel hoben: “So geht das aber nicht – in Deutschland.” In New York fiel damals angesichts dieser Statements ein junger Programmierer lachend vom Stuhl. Mark Zuckerberg hatte die ersten Dollar-Millionen zusammen, um sein “Facebook” um die Welt zu schicken.

Etwas mehr als 15 Jahre später ist Facebook ein privatwirtschaftlich organisiertes, börsennotiertes Unternehmen. Mit weltweit über 1,1 Milliarden “Kunden”. Jeder fünfte Erdenbürger (ab 14 Jahre aufwärts) hat ein Konto bei Facebook. Jeder fünfte auf dieser Welt hat sich also mit seinen Daten bei Mark Zuckerberg angemeldet. Und entgegen anderslauternder Berichte: Tendenz steigend. Das Unternehmen bestimmt selbst, wie seine Kunden die Welt wahrnehmen. Die Regeln für die Sichtbarkeit von Inhalten werden von Facebook aufgestellt. Nicht vom Nutzer selbst. Medien-, also Fanseiten werden nur von allen “Fans” gesehen, wenn der Administrator dafür bezahlt.

In Zeiten großer weltpolitischer Veränderungen, nicht nur in der Nordafrikanischen Welt, bestimmt ein Unternehmen die Regeln bei der Verbreitung von Inhalten. Wer zahlt, der wird gehört bzw. gelesen. Ewig-Gestrige, die sich mit ihren Äußerungen und Statements am Rande der Legalität und darüber hinaus bewegen, die Rede ist hier von nationalistischer Hetze über Fremdenfeindlichkeit bis hin zum menschenverachtenden Aufrufen zum Völkermord (“In Ausschwitz ist noch Platz frei”) finden in Facebook ein offenes Ohr und mehr noch – einen kostengünstigen Multiplikator für ihre Ansichten. In den Nutzungsbedingungen stellt Facebook zwar klar, dass es jederzeit Accounts sperren bzw. stilllegen kann. Aber wohl nicht die, die für ihre Statements Geld bezahlt haben. Wer soll diese Kleingeister kontrollieren?

In einem Land, indem das Recht auf eine freie Meinungsäußerung so unangetastet wie pfleglich behandelt wird wie in Deutschland, sollte sich ein Konzern seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein und nicht nur Bilder nackter Brüste sondern im Falle von Grenzüberschreitungen auch fremdenfeindliche Hetze verbieten. Denn diese Bigotterie kotzt mich an. Brüste nein, Fremdenhass ja? Tu etwas, Mark Zuckerberg! Denn die deutschen Volksvertreter, mit Ausnahme unseres Justizministers Heiko Maas, haben längst kapituliert.

18 Tage bis Santiago de Compostela

Camino_2015_Chris_web0Was haben die US-Schauspielerin Shirley MacLaine, der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho und der deutsche Comedian Hans-Peter Kerkeling gemeinsam? Sie sind – unabhängig voneinander – den so genannten “Camino”, zu deutsch den Jakobsweg, bis ins spanische Santiago de Compostela gelaufen. Und haben anschließend die Weltöffentlichkeit an ihren Erlebnissen und Eindrücken ihres mehrwöchigen Trips teilhaben lassen. Über den “Camino”, auf English schlicht “The Way”, gibt es aber nicht nur die drei Bücher (Beispiel: Hape Kerkerling Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg ´Affiliatlink´) der oben genannten Protagonisten. Auch in zahlreichen Spielfilmen (“Saint Jacques – Pilgern auf Französisch”, “The Way – Dein Weg”), Dokumentarfilmen (“Camino de Santiago“) und Reiseführern wurde immer wieder versucht, die Faszination, die von einer Wanderung auf dem Camino ausgeht, in Worte oder Bilder zu kleiden. Mit unterschiedlichem Erfolg.

Aus diesem Grund wollte ich nicht auch noch meine Erlebnisse auf meiner Reise der Weltöffentlichkeit mitteilen und mehr oder weniger täglich davon berichten. Zudem sprachen persönliche Gründe dagegen. Aber ich bin ihn gelaufen, nicht den bekannten Camino Frances (aus Frankreich, etwa 800 Kilometer) sondern den Camino Portugués, von Porto nach Santiago, knapp 250 Kilometer zu Fuß, ohne Smartphone, ohne Internet, ohne Partner und ohne Hotelreservierungen. Eine tolle, heilsame, und ja, auch spirituelle Erfahrung, die man unbedingt alleine machen sollte. Fundamentale Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft oder schlicht der Austausch persönlicher Empfindungen bekommen auf dem Camino eine ganz andere, besondere Note. Egal ob die Initialzündung, den Camino zu laufen, schlicht Abenteuerlust oder Erneuerung bzw. Vertiefung des eigenen, christlichen Glaubens lautete.

Einige Dinge würde ich für meine nächste Wanderung, und die kommt, soviel ist sicher, sicher anders machen. Vorausgesetzt es ergibt sich noch einmal, dass ich drei Wochen meine Aufgaben ruhen lassen kann, würde ich den Jakobsweg im Juni laufen – und nicht Ende Juli mit teilweise bis zu 34 Grad Celsius Tageshöchsttemperatur. Zudem sind mehr als 10 Kilogramm Gepäck nur Extremsportlern zu empfehlen und ein langärmeliges T-Shirt und eine gute Kopfbedeckung mehr als essentiell wichtige Utensilien. Dank an alle (neuen) Freunde, an meine Familie, allen Camino-Fans und Bekannten, die mein Vorhaben – in welcher Form auch immer – unterstützt haben! Es hat gut getan.

Hier ein paar Impressionen – Camino Portugués 2015:

Kino im Hochsommer? Aber gerne!

pathe_KinoEs ist heiß geworden. Endlich. Das wurde aber auch wirklich Zeit. Vorbei scheinen die Tage der “Zwiebel-Outfits”, morgens drei Schichten inklusive Regenjacke und abends kurze Sporthose. Doch was machen wir jetzt mit den hohen Temperaturen? Herumnörgeln vielleicht, weil es im Büro zu warm ist? Nein – das ist typisch deutsch. Freuen wir uns auf´s Relaxen. Aus Gründen. Im klimatisierten Kino zum Beispiel, mit leckerem Kaltgetränk und Knusprigem. Als “Vielseher” kann ich zur Zeit einige wirklich schöne Filme empfehlen: “Atlantic”, den ich für die Wochenzeitung “na dann…” mit wenigen Worten beschrieben habe. Oder “Liebe auf den ersten Schlag” (meine Kritik bei filmstarts.de). Und wer immer noch nicht “Die Lügen der Sieger” (Kritik dazu auf mehrfilm.de), “Mad Max: Fury Road”, “Kiss the Cook” oder “Jurassic World” gesehen hat, der sollte jetzt ganz schnell eine Einladung zum Kinoabend per SMS oder auf WhatsApp verschicken. Oder eben relaxen – und sich auf´s Open Air Kino freuen. Das öffnet in diversen Städten auch bald seine Pforten (siehe Video aus Münster).

 

 

Zum Stand der E-Mobilität in Deutschland

Renault Kangoo Z.E.Vor dreieinhalb Jahren hatte ich auf diesem Blog meine Fazination für das Thema “E-Mobiliät” zum Ausdruck gebracht und über meine Erfahrungen mit dem Elektroauto Kangoo Z.E. von Renault berichtet. Der letzte Satz des Eintrages lautete damals: “Wann kommen endlich die Kaufanreize für Elektroautos?” Die Reaktor-Katastrophe von Fukushima war zum Zeitpunkt meines Eintrages gut ein Jahr alt. Aber immer noch aktuell. Große Ankündigungen folgten. Atomausstieg. Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Energiewende. Doch was ist bislang passiert? So gut wie nichts. Die Energiewende will nicht so richtig in Gang kommen. Die Ankündigungen unserer Kanzlerin Angela Merkel, dass bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf deutschen Straßen rollen sollen, scheint zum heutigen Zeitpunkt unerreichbar. Wie so viele Vorhaben, die einst vollmundig angekündigt worden sind.

Politik und Wirtschaft schieben sich den schwarzen Peter zu. Auf dem Treffen der G7-Staaten Anfang Juni wurde zwar die völlständige Abkehr von Öl, Kohle und Gas bis Mitte des Jahrhunderts vereinbart. Aber die Förderung von alternativen Antrieben scheitert in Deutschland bislang an der erfolgreichen Ausbrems-Arbeit der Autoindustrie-Lobbyisten. Und die Zahlen sind ernüchternd. In den vergangenen acht Jahren sank der reale CO2-Ausstoß von PKW in Deutschland lediglich um nur 1,6 Prozent. Derzeit sind in Deutschland gerade einmal 25.000 Elektroautos zugelassen.

Infografik: Otto-Motor in Deutschland auf dem Rückzug | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
Und wie reagiert die Wirtschaft? Mit Lockangeboten. Um die Attraktivität eines Umstiegs auf die E-Mobilität zu erhöhen, bietet beispielsweise Renault seit April jedem Kunden die Möglichkeit, die E-Modelle des Herstellers zwei Tage kostenlos zu testen. Bedingung: 200 Kilometer sind frei, jeder weitere kostet 30 Cent, Anmeldungen unter Tel.: 0800/0304050 oder online auf renault.de. Nach über drei Jahren Probefahren eines Verlags-eigenen Kangoo Z.E. ist für mich längst klar, dass die Zeit der Verbrenner längst vorbei ist. Nicht nur weil vielfach schlichtweg übersehen wird, dass Verbrauchs- und Verschleißteile auf ein Minimum reduziert werden. Sondern auch der Alterungsprozess eines E-Autos ganz anders aussieht als bei einem Auto mit Otto-Motor.

Firmen wie Apple und Google verschwenden deshalb längst keine Gedanken mehr an Autos mit Verbrennungsmotoren. Die ersten selbstfahrenden E-Mobile drehen bereits ihre ersten Runden im öffentlichen Straßenverkehr. Wer mal einige Runden in einem E-Auto gedreht hat, möchte diese Art der Vortriebs nicht mehr missen. Siehe meine Erfahrungen vor gut drei Jahren. Es wird Zeit, dass unsere Kanzlerin jetzt die richtigen Weichen stellt. Ob da eine steuerliche Förderung von Dienstwagen (60%-Anteil bei den Neuzulassungen in D) mit E-Antrieb von drei Milliarden Euro ausreicht? In drei Jahren werde ich das Thema noch einmal behandeln. Denn dann sind es nur noch zwei Jahre bis zu den angekündigten Zielen von 1 Mio. Elektroautos in Deutschland. Auch eine Kanzlerin muss sich an ihren Versprechen messen lassen.

Die Alpen und der Massentourismus

Nachdem die Idylle immer mehr zerstört wurde, hab’ ich es als meine Aufgabe gesehen, die visuellen Störzonen zu fotografieren.” Das sagt einer, der sich auskennt. Lois Hechenblaikner, geboren 1958 in Tirol. Der Österreicher beschäftigt sich als Fotokünstler seit Jahren mit der Zerstörung der Alpen durch den Massentourismus und die Vergnügungsindustrie. Zu einem kleinen Teil habe ich dabei mitgeholfen. Peinlich. Ich schäme mich dafür. Aber jeder bekommt eine Chance, aus einem Ist-Zustand einen besseren zu machen. Dieser Bildband wird mir dabei helfen. In seinem Buch zeigt Lois Hechenblaikner, auf welch dramatische Art und Weise sich die Alpen in den letzten zwei Generationen verändert haben, mit der Gegenüberstellung von älteren s/w-Aufnahmen mit aktuelleren Bildern aus der Region. Beeindruckend. Lesetipp!