Texterstellung, Beratung, Lektorat

Hervorgehoben

Worte verändern. Wirken. – Wie ich etwas lese und vor allem was ich dann lese hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Erwartungshaltung auf der Senderseite ist oft größer als der Erfahrungshorizont auf Empfängerseite. Die Ansprache misslingt. Das muss nicht sein.

Meine Aufgabe ist es, komplexe Sachverhalte mit einfachen, leicht verständlichen Worten zu beschreiben. Auf den unterschiedlichsten Wegen und Plattformen. Unterhaltsam, kompetent und eloquent. In Form einer Pressemitteilung, eines Artikels, einer Rezension oder eines Vortrages. Gerne kümmere ich mich auch um ihr Anliegen oder um ihren Content. Damit die Ansprache gelingt.

Als ich mich schämte, Fan des SC Preussen Münster zu sein

Stadion Preussen Münster 2016. Bild (c) C.Gertz.

Stadion Preussen Münster 2016. Bild (c) C.Gertz.

Münster, Hammer Straße. Samstagmittag 14 Uhr. Ich bin im Fußballstadion. Und das nicht zum ersten Mal. Meine Liebe zum SC Preussen Münster entflammte bereits in den so genannten “Nuller-Jahren”. Oder auch in den “Schwarzen Jahren” für das Bundesliga-Gründungsmitglied. Damals noch Vierte Liga. Besucherschnitt knapp über 4.000. Das ist lange her. Nach etlichen Stadionbesuchen in den Blöcken E, K, L und M wurde meine Liebe stärker. Von meiner Videoberichterstattung für den Verein über zahlreiche Texte in diesem Blog, etlichen Auswärtsfahrten bis hin zu Einladungen im Freundeskreis wollte ich die Flamme weiter tragen. Niemals laut und euphorisch, aber immer begeistert und begeisternd, in Essen, in Lotte, in Leverkusen, Osnabrück und sogar in Verl oder in Dresden. Mit meinen Freunden, zum Großteil weit über die Stadtgrenzen hinaus verteilt, wurden Ergebnisse und Interna ausgetauscht und kommentiert. Stets mit einer gesunden Portion Lokalpatriotismus und in meinem Fall mit dem Preussen-Adler auf dem T-Shirt, der Jacke und vor allem im Herzen. Auch auswärts.

Mit dem Adler auf der Brust oder auf der Jacke bin ich bis auf wenige Sprüche und Rempler andernorts in den Stadien noch nie angemacht worden. Geschweige denn angegriffen. Toleranz hatte funktioniert. Auch in der emotional aufgeheizten Atmosphäre eines Fußballstadions. Wenn man sich dementsprechend verhält. Das durfte ich selbst erfahren und sollte auch heute funktionieren. Dachte ich. Was war passiert? Nach einem knapp zweijährigen Aufenthalt im Rheinland bin ich an diesem Samstag im Mai erst zum dritten Mal in 2016 im Preussen-Stadion. Das Wetter ist super, die Fans strömen, der Block N der so genannten Ultra-Fans aber ist und bleibt menschenleer. Die Pyrotechniker mussten Zuhause bleiben. Die Hintergründe darüber wurden bereits vielfach und vielerorts diskutiert. Selbst “Ab-und-Zu-Edel-Fans” hatten sich dazu geäußert.

Doch meiner – ich nenne es bewusst – Naivität, meinem verklärten Blick, wird an diesem sonnigen Samstag brutal der Schleier genommen. Nach einem gemeinsamen Besuch im wunderschönen Stadion in Dresden im letzten Jahr hatte ich meinen Dresdener Freund Hanno nach Münster eingeladen. Natürlich inklusive Stadionbesuch zum Spiel gegen “seinen” Dynamo. “Kann ich meinen Dynamo-Schal mitbringen?” fragt mich Hanno bei seiner Ankunft. Auch weil er – wie ich in den vielen Jahren zuvor – die Liebe zum eigenen Verein auch auswärts nicht verstecken möchte. Hanno hat Eier. Aber ich weiß, dass er alles andere als ein “Schreihals” ist. Zudem verfügt mein Freund, Diplomingenieur und Familienvater, über so viel Intelligenz und Fingerspitzengefühl, dass er weder an den falschen Stellen applaudiert noch sonstwie als Gast mit seinem Verhalten provoziert. Schlimm, dass ich das an dieser Stelle überhaupt erwähnen muss.

Zu Beginn noch guter Dinge ... im Preussen Stadion.

Zu Beginn noch guter Dinge … im Preussen Stadion.

Preußen Münster steht für Toleranz, Fairness und Respekt” antworte ich Hanno. Das steht sogar in großen Lettern auf jeder Eintrittskarte geschrieben. Damit wird bei uns also geworben. Zudem sollten die schlimmsten Provokateure an diesem Tag Zuhause sein. Es ist das letzte Heimspiel der Saison. Also “ja, wenn es Dir damit nicht zu warm wird, dann sollte das schon klappen“. Falsch gedacht. Hanno trägt seinen Schal zu Beginn zusammengeknüllt in der Hand. Bereits kurz nach dem Eintritt ins Stadion werden wir von einem unscheinbar aussehenden, jungen Preussen-Fan aufgefordert, doch bitte NICHT mit einem Schal des Gegners den Fanblock M zu betreten. “Kein Problem” erwidern wir, “wir haben Karten für die Gegengerade“.

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ein Online-Artikel der Münsterschen-Zeitung über das Fehlverhalten einiger Dresdener “Fans” sowie ein zutiefst doofer Kommentar von einem Redakteur auf Radio Antenne Münster die Stimmung im Stadion angeheizt hatte. Kopfschütteln. Noch vor Spielbeginn werden wir am Imbissstand von einem älteren Preussen-Fan bespuckt. Hanno befestigt daraufhin seinen Schal am Hosenbund. In Block K beklatschen wir beide Mannschaften als sie auf das Feld laufen und klatschen gemeinsam, als verdiente Spieler verabschiedet werden. Ein älteres Ehepaar aus Dresden, das in unmittelbarer Nähe steht, berichtet uns, dass sie sich bei Auswärtsspielen stets einen Schal der Heimmannschaft zulegen. So weit ist es also schon gekommen.

Die Stimmung ist ohne die Anfeuerungsrufe aus Block N im Preussen-Stadion unterkühlt. Trotz 25 Grad Außentemperatur. Die beste Laune geht nach dem Anpfiff von den etwa 300 angereisten Gäste-Fans aus. Das Rund an der Hammer Straße ist an diesem Samstag mit über 8.400 Zuschauern gut besucht. Als jedoch die ersten beiden Tore für Dresden fallen, wirken viele Preussen-“Fans” genervt. Auch auf der Gegengeraden, in Block K, in dem wir stehen. Ein männlicher, äußerst agressiver Fan in Preussen-Kutte entdeckt von Weitem Hannos schwarz-gelben Schal, stürmt auf ihn zu, schlägt ihm auf die Schulter und zwingt ihn, sofort das Stadion zu verlassen. Ich stelle mich dazwischen und frage ihn, ob so in Münster die Gäste begrüßt werden.

Hanno lässt seinen Schal in der Hosentasche verschwinden. Doch da hat sich sein “Outing” als Gast-Supporter anscheinend längst herumgesprochen. Als das dritte Tor für die Gäste fällt, die zu diesem Zeitpunkt als Meister längst feststehen, setzen sich die ersten Preussen-Fans auf den Grenzzaun zum Gästeblock und fangen an, die Dresdener Fans zu provozieren. Von ausgestreckten Mittelfingern über vulgäre Gesten bis hin zu Schmähgesängen reicht das Repertoir der zumeist jungen Preussen-Anhänger. Ein weiterer, sehr junger Preussen-Fan stürmt auf Hanno zu, mit zwei Freunden im Schlepptau. Sein Alter schätze ich auf 18, maximal 22 Jahre. Er fordert Hanno auf, das Stadion zu verlassen, Drohgebärden inklusive. Die umstehenden, meist älteren Preussen-Fans sehen tatenlos den jungen Hasstiraden zu und schauen uns verdutzt an. Ich schäme mich und bin zutiefst geschockt.

Als Fußballfan kenne ich mit mit Hassgesängen im Stadion aus. Oftmals finde ich sie sogar sehr kreativ. Und auch ich wurde in fremden Stadien schon mehrmals verbal angemacht. Jedoch nie verletztend oder gar persönlich beleidigend. Das Niveau, das in Münster in Punkto Kreativität zugegeben nie besonders hoch war, hat an diesem Samstag im Preussen-Stadion einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach dem zweiten tätlichen Angriff treten Hanno und ich den Heimweg an. Zu diesem Zeitpunkt sind noch knapp 20 Minuten zu spielen. Die letzten beiden Preussen-Tore bekommen wir garnicht mehr mit. Ich entschuldige mich mehrmals bei meinem Freund und schäme mich sehr. So ein Verhalten habe ich in über 300 Stadionbesuchen in ganz Deutschland noch nicht erlebt. Aber jetzt, ausgerechnet “Zuhause”. Im eigenen Stadion. Tätliche Angriffe auf Gäste der Gegengerade und Beleidungen der übelsten Art gehen garnicht. Da ist eine Grenze weit überschritten.

Hanno und ich schauen uns noch den Rest der Bundesliga-Konferenzen im TV an, wir versuchen, das Geschehen mit einem Spaziergang am Aasee ein wenig sacken zu lassen, gehen anschließend zusammen noch etwas essen. Ich versuche, mir den Schock nicht anmerken zu lassen. Doch ich bin immer noch sauer. Verärgert über mich selbst, über meine Naivität, über die Münsteraner Gastfreundschaft im Fußballstadion und über “meine” Preussen. Am nächsten Tag lese ich in den Online-Medien Sätze zum Spiel wie “Bierdose flog in Richtung Polizeibeamtin” oder “Fan kommt einem Platzverweiß nicht nach.” Schlimm, Schlimm. Und irgendwo taucht im Text später dann auch “Insgesamt herrschte jedoch eine eher friedliche Stimmung” auf. In den Sozialen Netzwerken müssen “Bekannte”, die nicht im Stadion waren, den Zustand der kurzzeitig gesperrten Zufahrtswege kommentieren und ja, die dummen Sachsen und sowieso … Ein Armutszeugnis.

Gastfreundschaft endet bei einigen “Fans” in Münster, der ach so toleranten, jungen, katholischen Westfalenmetropole scheinbar dort, wo übertriebene Fankultur beginnt. Wenn das schon im Mikrokosmos Stadion über 90 Minuten nicht funktioniert, wie soll das dann im Großen und Ganzen funktionieren? Soziale Netzwerke mit eingeschlossen? Der Stadionbesuch in Münster an der Hammer Straße ist für meinen Freund und auch für mich in Zukunft erst einmal Tabu. Das ist bedauerlich, zumal ich weitere Stadionbesuche auch zusammen mit meinem Sohn geplant hatte. Nur, wie soll ich meinem Sohn Toleranz, Fairness und Respekt vermitteln, wie es auf den Eintrittskarten der Preussen geschrieben steht, wenn bereits zurückhaltende Gästefans im Stadion bespuckt und angegriffen werden? Da hilft nur eins: Nicht (mehr) bei den Preussen.

“Schaust` Du nur oder twitterst Du auch?”

Quelle: iBusiness

Quelle: iBusiness

Neben dem Fernsehprogramm parallel im Internet surfen? Oder beispielsweise den aktuellen Tatort mit kurzen Texten auf Twitter begleiten bzw. kommentieren? Das ist längst kein Faible nerdiger Couch-Potatoes mehr. Wie sehr die jungen Onliner heutzutage auf dem so genannten “Second Screen” unterwegs sind, das zeigen auch die jüngsten Ergebnisse aus der seit 1997 jährlich durchgeführten Onlinestudie der öffentlichen Rundfunkanstalten von ARD und ZDF. Demnach wird von einem Drittel der jüngeren Zielgruppe (von 14-29 Jahren) täglich der zweite Bildschirm, also der “Second Screen” neben dem Fernseher genutzt. Schöner Nebeneffekt: Die begleitenden Kommentare zu den aktuellen Fernsehinhalten bieten oftmals einen derart hohen Unterhaltungswert, dass immer mehr Informationsmedien die kurzen Textnachrichten der User auf ihren Plattformen (Spiegel Online, Welt Online) online stellen. Interesse geweckt? Schau mal am nächsten Sonntag ab 20:15 Uhr in deine twitter-App, Hashtag #tatort…

Die Zukunft des Individualverkehrs heißt E-Mobilität

Renault_Zoe_SteckdoseDer Pkw-Bestand in Deutschland ist laut Kraftfahrt-Bundesamt in den vergangenen Jahren stetig weitergewachsen, von gut 30 Millionen Autos Anfang der 1990er-Jahre auf aktuell rund 45 Millionen Fahrzeuge in 2015. Zudem ist der Trend zu immer größeren, immer schwereren Autos, sprich den SUVs, ungebrochen. Immer mehr und immer schwerere Autos führen jedoch zu höheren Belastungen bei den Kohlenstoff- und Stickstoffwerten in der Luft. Nicht nur in den Innenstädten. Wie lässt sich das Problem lösen? Wenn der Verzicht für viele keine Option darstellt kann die Lösung nur “Umstieg” lauten. Umstieg auf ein Transportmittel, das keine Abgase in die Atmosphäre ausstößt: Also Umstieg auf das Fahrrad oder auf das Elektroauto.

Da sich die Industrie in Deutschland (noch) gegen das Thema wehrt, weil zum einen mit den Verbrennern viel höhere Gewinne erwirtschaftet werden (man denke an die Folgekosten wie Inspektionen, Ölwechsel, Verschleißteile und Co.) und zum anderen die (asiatische) Konkurrenz einen Vorsprung von mindestens 3-4 Jahren hat, was die Hybrid- und Elektro-/Batterie-Technologie betrifft, muss der Kunde zum entscheidenden Faktor, sprich zum Motor für den Umstieg und für eine neue Richtung werden. Leider gibt es aber vor allem im Autoland Deutschland noch viel zu viele Vorurteile gegenüber dem Thema E-Mobilität. In meinen Gesprächen, die ich dazu führe, werden meistens die Kosten und die Reichweiten von aktuellen Elektroautos als Gegenargument zum Umstieg in die Wagschale geworfen.

Eine Kurzsichtigkeit, die beängstigend wie beschämend ist. Vor allem, wenn in der Garage oder vor der Haustür zwei Autos zur Verfügung stehen, die jeweils an einem Tag nicht mehr als maximal 100 Kilometer zurücklegen. Dass der hohe Anschaffungspreis auch eine Investition in unsere Zukunft und vor allem für unser Klima sein kann, wird zur Zeit ebenso missachtet wie die geringeren Betriebs- und Verschleißkosten eines E-Autos. Schon ganz bald werden E-Autos in das Energiekonzept eines modernen Einfamilienhauses mit einbezogen, findige App-Entwickler basteln zur Zeit an einem Netzwerk für private und öffentliche Stromtankstellen, die ersten Elektroautos mit über 250 Kilometer Reichweite zu einem Preis ab 20.000 Euro kommen noch in 2016 auf den Markt. Leider kommen sie nicht aus Deutschland. Sondern aus Asien.

Und so lange die deutsche Industrie diesen Trend verschläft und sogar Marktführer ihre potentiellen Kunden mit falschen Abgaswerten belügen, so lange werden sie die deutsche Politik von einer Prämie zum Umstieg auf abgasfreie Autos abhalten – zu Lasten der Bewohner der Innenstädte und schließlich zu Lasten unserer Umwelt. “Die Gier der Industrie und die Mutlosigkeit bzw. das Komfortbedürfnis jedes einzelnen war größer” werde ich wahrscheinlich in zehn Jahren auf die Frage meines Sohnes antworten müssen, wenn er mich fragt, warum es im Winter auch deswegen keinen Schnee mehr auf den heimatlichen Bergen gibt. Wie heißt es bei einem bekannten Autohersteller so treffend: “Umparken beginnt im Kopf.”

Ich fahre jetzt BMW – Und zahle nur dann, wenn das Auto bewegt wird

(Photo: C.Gertz)

(Photo: C.Gertz)

Meine Begeisterung für das Thema E-Mobilität hatte ich bereits mehrfach versucht in Worte zu kleiden. Dass diesen Worten auch Taten folg(t)en, will ich hiermit noch einmal nachdrücklich unter Beweis stellen. Seit Herbst 2015 (das genaue Datum weiß ich nicht mehr) fahre ich BMW. Einen BMW mit Elektroantrieb, genauer, den i3. In der Anschaffung hat mich der BMW nichts gekostet. Null Euro. Denn ich teile mir das Auto mit vielen anderen (hoffentlich) BMW-i3-Freunden der Stadt. Das E-Auto gehört wie viele andere BMW (und PKW der Marke Mini) zur Flotte der BMW-Tochter DriveNow. Car-Sharing lautet das Zauberwort der Stunde – immer wenn es um moderne Mobilitätskonzepte einer Stadt geht. Ein wichtiges, faszinierendes aber keineswegs neues Konzept, das ich jedoch wärmstens weiterempfehlen und auf diesem Wege vielleicht dem ein oder anderen schmackhaft machen kann.

Größere Städte haben neben vielen kleinen derzeit ein großes, kaum lösbares Problem: Wie lässt sich am effektivesten und kostengünstigsten der CO2-Ausstoß verringern? Im Hinblick auf den öffentlichen und privaten Nah- und Fern(Durchgangs-)verkehr? Während mutige Ideen wie Fahrverbote, Geschwindigkeitsreduzierung und Sonderspuren medienwirksam scheitern, nimmt der Zuzug (“Landflucht”) und damit auch der CO2-Ausstoß stetig zu. Die PKW werden immer größer (Stichwort “SUV”) und der Wille, auf das private PKW zu verzichten, liegt im einstelligen Prozentbereich. Was also tun?

BMW_i3_DriveNow_2_innenDie Lösungsansätze für dieses Problem sind von Stadt zu Stadt verschieden, genau wie ihre unterschiedlichen Voraussetzungen. Ich kann vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen über Voraussetzungen und Lösungsansätze aus zwei Städten berichten: Aus Münster und aus Düsseldorf in NRW. Während in der 300.000 Einwohner Stadt Münster in Westfalen der ÖPNV ohne U- und Straßenbahnen, sondern mit Bussen und Fahrrädern bewerkstelligt wird (bzw. werden muss), geschieht dies in der 600.000 Einwohner Landeshauptstadt Düsseldorf neben Bus und Rad vor allem mit U- und Straßenbahnen. In beiden Städten haben die Einwohnerzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.

In beiden Städten ist die Gruppe der 18- bis 45-jährigen, gemessen an der Gesamteinwohnerzahl, am stärksten vertreten. Doch so ähnlich die Altersstruktur bei den Bewohnern, so unterschiedlich sind die Mobilitäts-Voraussetzungen und -Konzepte der Städte. Die Idee, sich ein PKW zu teilen, ist in Münster nicht neu. Aber erfolglos. Die Stadteilauto CarSharing Münster GmbH bietet seit mehr als 10 Jahren unzählige PKW an zahlreichen Standorten in Münster an. Doch die hohe Aufnahmegebühr (150,- Euro) plus Sicherheitsleistung (200,- Euro) plus eine montliche Gebühr von 8,50 Euro sowie die Kilometergebühr ab 23 Cent/Kilometer sorgen auch im Hinblick auf den günstigen Zeittarif (ab 1,50 Euro/Stunde) bei vielen erst einmal für Bauchschmerzen. Kein Wunder, dass die über 80.000 Studierenden in Münster lieber auf das Fahrrad setzen als auf das Auto. Gut für den Verkehr, denn Staus in die – und in der Innenstadt gibt es nur in zwei Zeiträumen: Von 7 bis 9 Uhr und von 15 bis 17 Uhr.

BMW_i3_DriveNow_3_innenGanz anders in der Landeshauptstadt: Freie Parkplätze und freie Fahrt für freie Bürger? Daran können sich in Düsseldorf nur noch RentnerInnen erinnern, die bereits in den 1960er Jahren ein Auto besaßen. Ohne Stau und Stress mit dem Auto durch die Innenstadt zu kommen und dann auch noch einen günstigen Parkplatz zu finden, ist in der Stadt am Rhein nahezu aussichtslos. Doch mal ehrlich, wo geht das heute noch in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern? Die Lösung kann deshalb nur lauten: Auto abgeben! So schwer es auch fällt. Wie mir zum Beispiel.

CarSharing könnte eine Alternative sein. Wenn man es richtig anpackt. Wie in Düsseldorf: Neben DriveNow sind in Düsseldorf noch andere CarSharing-Unternehmen (Car2go, Flinkster, Drivy, stadtmobil) vertreten. Doch mir hat das (zugegeben hoch-subventionierte) Konzept der BMW-Tochter DriveNow am besten gefallen. Zudem fahre ich mit dem i3 vollkommen ohne Emissionen, also ohne CO2-Ausstoß durch die Stadt. Nach der einfachen Anmeldung über die Homepage, bekomme ich meine DriveNow-Kundenkarte bei den zahlreichen DriveNow-Stationen (oft BMW- oder Mini-Händler), zahle eine einmalige Aufnahmegebühr (ab 19 Euro), reserviere mein Wunschauto über die Homepage, die Hotline oder meine App auf meinem Smartphone und bewege dann das Auto ab 24 Cent die Minute so lange ich will. Ohne weitere Kosten für Benzin, Versicherung, Steuern oder ähnliches. Ein tolles Konzept.

BMW_i3_DriveNow_5Und der Haken? Natürlich steht mein Wunschauto nicht immer vor meiner Haustür. Aber nach mehr als einem Vierteljahr Erfahrung musste ich noch nie länger als 10 Minuten Fußweg in Kauf nehmen, um in ein freies Auto einsteigen zu können. Zudem sollte man vor der Fahrt einen kurzen Rundumblick innen und außen vornehmen, um eventuelle Schäden des Vorbesitzers festzuhalten. Aber wenn mich dann der geräuschlose und abgasfreie BMW durch die Stadt oder in einen anderen Stadtteil bewegt, nehme ich die Mühen gerne auf mich. Ich denke, günstiger kann man Elektromobilität derzeit nicht genießen.

 

 

Warum wir vor allem in diesem Jahr auf das Silvester-Feuerwerk verzichten sollten

Bild (c) Rike pixelio.de.

Bild (c) Rike pixelio.de.

Ich bin kein Fan von Silvester-Feuerwerk. War ich nie. In früheren Tagen waren wir oft verreist, in jüngeren hatte ich mit Freunden im kleinen Kreis gefeiert – ohne großes Feuerwerk. Warum allein in Deutschland mehr als 100 Millionen Euro in nur drei Tagen für Raketen, Knaller un Böller ausgegeben werden, habe ich nie verstanden. Aber es scheint sehr vielen Zeremonienmeistern immer wieder zu gefallen, das eigene, ganz private Inferno auf der Straße oder auf dem eigenen Grundstück zu entfachen. Wenn es denn in wenigen Tagen wieder einmal so weit ist, möchte ich diejenigen, die in Stadtnähe oder in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft wohnen, bitten, in diesem Jahr etwas Rücksicht zu nehmen. Und zwar auf die schwächsten Glieder innerhalb der Kette – auf die Kinder. Und nicht nur auf die eigenen.

Im Hochsommer diesen Jahres bekam ich ein großes Geschenk: Ich hatte mich in Düsseldorf dem Deutschen Roten Kreuz als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer angeschlossen und durfte auf dem Flughafen-Gelände ankommende Flüchtlinge betreuen. Wer mal in die erschöpften Augen der Allerkleinsten oder auf ihre Kleidung geblickt hat, der konnte nur erahnen, welche Strapazen hinter ihnen lagen. Bei den zahlreichen Reportern und Kamerateams in den ersten Tagen wurden die Kinder von ihren Vätern beschützt, weil die Lichter und Blitzlichte der Kameras die Allerkleinsten verschreckt hatten.

Silvester_Spruch_MemeWas passiert nun, wenn diese Kinder am 31.12. von Böllern und Feuerwerk geweckt werden? Allein in der Landeshauptstadt Düsseldorf sind zum Stichtag 30.11. rund 6500 Flüchtlinge untergebracht. Darunter sehr viele kleine Kinder, die mit ihren Müttern und Vätern aus Kriegsgebieten geflohen sind. Nicht nur weil ich selbst Vater bin kann ich erahnen, wie diese Familien und vor allem ihre Kinder gelitten haben müssen. Auch aus diesem Grund werde ich auch in diesem Jahr auf ein Silverster-Feuerwerk verzichten. Und ich möchte meine Freunde, KollegInnen, und LeserInnen dieses Blogs bitten, es mir gleich zu tun. Wie wäre es mit einem etwas ruhigeren Silvester? Mit einer Wunderkerze vielleicht oder einer Fackel? Es ist nur ein kleiner Verzicht, der eine große Wirkung erzielt. Danke!