Kultur

Faust II in Münster

Faust II in Muenster (Bild: Beinhorn)
Faust II in Muenster (Bild: Beinhorn)
Münster – Das Wort „unspielbar“ lese ich in letzter Zeit besonders häufig. Sei es im Zusammenhang mit der wenig beschaulichen Umsetzung des Alan Moore Comics „Watchmen“ durch Zack Snyder oder erst am Samstag bei einem Besuch der Premiere zu Faust II an den Städtischen Bühnen in Münster. Goethes Lebenswerk, das große Drama „Faust“ gilt gemeinhin als „unspielbar“. Was nichts anderes heißt als: Der Kreativität des Regisseurs, in diesem Falle der von Markus Kopf, sind keine Grenzen gesetzt. Theaterfans wissen, dass Goethe selbst die Reaktionen und Kommentare von Zeitgenossen auf seinen zweiten Teil fürchtete. Er versiegelte den vollendeten zweiten Teil der Tragödie und verfügte, dass dieser erst nach seinem Tod geöffnet werden dürfe. Das war 1832. Einhundertsiebenundsiebzig Jahre später wird das Werk an den Städtischen Bühnen Münster aufgeführt. Regisseur Markus Kopf wählt die modernste aller Inszenierungen inklusive Bilder zur Bankenkrise (wenn Faust das Papiergeld erfindet) als Videoprojektion über Videoinstallationen, die im Hintergrund das Geschehen duplizieren bis hin zu beweglichen Web-Cams, wenn Faust in des Kaisers Palast und auf Helena trifft. Die zahlreichen sowohl visuellen als auch audiophilen Eindrücke (durch den Percussionisten Gereon Voß) muss das Publikum erst einmal verarbeiten. Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang schlichtweg überfordert war mit dem Stück.

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