_ aus dem KinoKultur

Meine besten Kinofilme des Jahres 2018

Plakat zum Film "Three Billboards Outside Ebbing Missouri"
Plakat „Three Billboards“ (c) Twentieth Century Fox 2018
Same procedure as every year. Am Ende eines Jahres wird kurz zurückgeblickt und abgerechnet. Was war gut? Was war weniger gut? Der Kulturfan bedient sich dazu gerne einer Bestenliste, die im Schlussakkord eines Jahres genauso wenig fehlen darf wie die langen Sichtungsabende mit den ausgelassenen Empfehlungen von Freunden und Kollegen.

Im Theater habe ich 2018 (zu) viel verpasst. Im Kino dafür weniger. Über 200 Kinofilme waren es im sonnenreichen WM-Jahr 2018. Weniger als sonst. Aber noch genug, um am Ende des Jahres sagen zu können: Dieser Jahrgang war kein gutes Kinojahr. Zu viele Remakes, zu viel Durchschnitt. Besonders dankbar war ich deshalb für die wenigen positiven Überraschungen. Für die tollen deutschen Filme und die sehenswerten Dokumentationen. Und weil es nicht nur mir sondern auch meinen Kollegen so viel Spaß macht: Hier meine besten Kinofilme des Jahres 2018.

Wer sich die Zeit nehmen will, der hört sich die kurze Erklärung zu meiner Auswahl in der Radiosendung „More Martin“ an, die am Freitag, den 28. Dezember 2018 auf Radio Antenne Münster ausgestrahlt wurde. Gerne diskutiere ich meine Auswahl auch auf facebook. Nun denn, viel Spaß im neuen Kulturjahr 2019!

1. Platz: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Nach Filmen wie „Brügge sehen … und sterben“ oder „7 Psychos“ ging es für den britischen Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh wieder einmal ins „Hinterland“, diesmal in das US-amerikanische Ebbing, Missouri. Mit seiner Geschichte um eine kämpferische Mutter (Frances McDormand) überzeugte McDonagh nicht nur Kritiker wie Besucher, sondern bewies einmal mehr sein cleveres Händchen für die nahezu perfekte Charakterzeichnung, interessante Beziehungen und sein grandioses Timing. Über 100 Auszeichnungen, darunter 2 Oscars waren der verdiente Lohn.

2. Platz: „Visage Village – Augenblicke: Geschichte einer Reise

Zwei unterschiedliche Künstler gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise. In dieser meisterhaften Dokumentation sind es der französische Fotokünstler JR und die Nouvelle-Vague-Ikone Agnés Varda. In meiner Kritik schrieb ich dazu: „Und so entwickelt sich, ähnlich wie in Corinna Belz sehenswerter Künstlerdoku `Gerhard Richter Painting` in der liebenswert offenen und unkomplizierten Art selbst große Kunst, die bis zum Ende der kurzweiligen 88 Minuten ganz einfach glücklich macht. Ein sehr berührendes Meisterwerk. Nicht verpassen!

3. Platz: „Ex Libris: Die Public Library von New York“

Nach seinen Besuchen in der Pariser Oper oder der National Gallery in London entführt der US-amerikanische Dokumentarfilmer Frederick Wiseman (Jahrgang 1930) seine Zuschauer in die Räume und Zweigstellen einer über 100 Jahre alten Einrichtung, die sich seit ihren Anfangsjahren nicht nur auf gehortete Inhalte konzentriert, sondern stets bemüht war und ist, das gesammelte Wissen an die Menschen weiterzuleiten: die New York Public Library. Unter den Augen Wisemans erstrahlt die Public Library als ein Ort, der sich dem Auftrag der Bildung verschieben hat und darüber hinaus Leben, Gemeinschaft und Vielfalt zelebriert, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Ein knapp dreistündiger Bibliotheken-Besuch, der wie im Fluge vergeht.

4. Platz: „Ava“ von Léa Mysius

5. Platz: „On Chesil Beach – Am Strand“ von Dominic Cooke

6. Platz: „Leto“ von Kirill Serebrennikov

7. Platz: „Call me by your name“ von Luca Guadagnino

8. Platz: „BlackKKlansman“ von Spike Lee

9. Platz: „Unser Saatgut – Wir ernten was wir säen.“ von Jon Betz, Taggart Siegel

10. Platz: „Black Panther“ von Ryan Coogler

Ein paar wenige Worte über die ausgewählten Filme sowie über die Kinoszene in Münster findest Du in der Radiosendung „More Martin“ vom 28. Dezember 2018, in der ich zu Gast sein durfte und die ich an dieser Stelle zum Nachhören empfehle.