Gehetzt, gefürchtet und geliebt – Meine Filme vom Wochenende

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Szene aus den Filmen Gone Das Haus der Krokodile Ziemlich beste FreundeWas habe ich in zahlreichen Filmkritiken über deutsche Kinderfilme geschimpft. Oh, Kinder! Dafür bin ich selbst schon übel beschimpft und auf den zahlreichen Kinderfilmfesten, die ich über die Jahre besucht habe, immer wieder schief angeschaut worden. Ist denn die Position, auch das kritisieren zu dürfen, was man liebt, keine selbstverständliche mehr? Ja, was ist schon selbstverständlich? Na, für mich war es in den letzten Jahren klar, dass skandinavische Kinder- und Jugendfilme dem deutschen Kinder- und Jugendfilm meilenweit den Rang abgelaufen haben. So weit, so schlecht. Toll, dass es Ausnahmen von Regeln gibt und dass eine davon – wie in diesem Fall – ein guter junger Kinderfilm aus Deutschland kommt.

Ich ahnte das Schlimmste, als ich von einer Kinderbuch-Neuerzählung ausgerechnet durch Philipp Stemmert & Cyrill Boss („Jerry Cotton“, „Neues vom Wixxer“) las. Das Pro7-Märchenstunden-Duo und ein deutscher Kinderfilm? Das kann gar nicht passen. Der Kinobesuch des hervorragenden Kinderfilms „Das Haus der Krokodile“ hat mich wieder einmal eines Besseren belehrt. Die Kinoversion des 1976er TV-Mehrteilers ist auch Dank der feinfühligen Regie und des hervorragenden Geschwister-Trios Kristo, Joanna und Vijessna Ferkic ein durch und durch empfehlenswerter Kinderfilm geworden. Hier meine Kurzkritik dazu.

Genauso groß wie die Überraschung bei „Das Haus der Krokodile“ war die Enttäuschung bei meinen nächsten beiden Filmen. Zum einen ist die junge Amanda Seyfried auch in „Gone“ eine Augenweide, jedoch wird sie in diesem von der Regie völlig verhunzten B-Movie durch ein hanebüchenes Rache-Szenario geschickt, das bereits nach 15 Minuten nur noch langweilt. Schnell vergessen! Auch dazu dennoch ein paar Worte in meiner Kurzkritik.

11 Wochen auf Platz 1 der deutschen Kinocharts. Über 6 Millionen Kinobesucher in Frankreich. Über 65.000 Kinobesucher in Münster. Es ist schon erstaunlich, dass ich es bisher nicht geschafft hatte, mir den Publikumsliebling „Ziemlich beste Freunde“ anzusehen. Als Freund von Filmen im Originalton kam daher die französische OmU-Fassung von „Intouchables“ (Originaltitel) vielleicht noch genau zur rechten Zeit. Und… tja, was soll ich sagen.. vielleicht waren die Erwartungen zu hoch, vielleicht die Vorschußlorbeeren zu süß, dieses französische Feel-Good-Movie ist mir eine Spur zu formelhaft, zu vorhersehbar, zu mutlos. Ein Pariser Vorstadt-Eddie Murphy und ein verkopfter Intelektueller spielen gekonnt auf der Klaviatur der sozialen Gegensätze. Filmtheoretiker nennen so etwas einen „Crowd-Pleaser“, einen „Ran-Schmeisser-Film“. Wer Reibungen, Brüche, Überraschendes („Brautalarm“, „Freunde mit gewissen Vorzügen“, „Einfach zu haben“) oder gar etwas Neues erwartet, der sitzt in diesem Film falsch. Da erwarte ich etwas mehr von einer intelligenten Komödie.

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