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Die besten Filme des Jahres 2025 – Das waren meine Highlights

Szene aus dem Film Sentimental Value mit Stellan Skarsgard und Elle Fanning am Strand.

Am Ende eines Jahres blicken wir – blicke ich – gern noch einmal zurück. Was war gut? Was war weniger gut? Das deutsche 2025er Kinojahr konnte am Ende auf den letzten Metern dank des Blockbusters „Avatar: Fire and Ash“ zahlenmäßig an das Kinojahr 2024 anknüpfen. Leider war aber bereits der 2024er-Jahrgang mit knapp 90 Millionen verkauften Kinotickets alles andere als ein guter Jahrgang. In dieser Höhe vermuten die Analysten auch den 2025er. Damit ist der Trend (für einen Kinobesuch in Deutschland) weiterhin leicht rückläufig.

An den über 700 Filmstarts in Deutschland (inklusive Wiederaufführungen!) kann der rückläufige Besuchertrend nicht gelegen haben – für mich persönlich war die Qualität der Filme um einiges höher als noch im mauen 2024er Kinojahr. Zwar blieb die hohe Blockbuster-Dichte von Mai bis September auch in diesem Jahr aus, aber die mutigen Filme etablierter Regisseur*innen wie „One Battler After Another“ (Politthriller) von Paul Thomas Anderson, „Blood & Sinners“ (Südstaaten-Drama-Horror-Mix) von Ryan Coogler oder „Amrum“ (Jugenddrama) von Fatih Akin sowie „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ (Mystery-Horror) von Zach Cregger kamen nicht nur beim Publikum, sondern auch bei der Kritik gut an. Überhaupt war 2025 beispielsweise für das Horror-Genre ein richtig GUTES Kinojahr.

Ich habe mir in diesem Jahr knapp 100 Kinofilme angesehen bzw. ansehen dürfen. Das sind noch einmal deutlich weniger als im Jahr 2024. Der Wegzug aus der Innenstadt in einen Vorort hat zwar meinem Geldbeutel gutgetan, nicht aber meiner ansonsten hohen Anzahl von Kino- oder Theaterbesuchen. Abermals gab es keinen Festivalbesuch und auch keinen Besuch einer Pressevorführung (abgesehen von einigen Vorpremieren und Sneak-Previews). Kritiker*innen-Lieblinge wie „A House of Dynamite“ (Kathryn Bigelow), „Frankenstein“ (Guillermo del Toro) „Juror #2“ (Clint Eastwood) sind mir durchgerutscht, dafür habe ich in diesem Jahr seehr häufig das Taschentuch gezückt. Ob es am Alter liegt? Ich hoffe nicht. Einige Filme haben mich in diesem Jahr tief bewegt. Auch dafür wurde das Kino gemacht. Na dann… auf ins nächste Jahr! 

 

Meine Kino-Top-Ten 2025

Diese Filme sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben:

 

10. Oslo Stories: Träume (Dag Johan Haugerud)

Nach dem sehenswerten ersten Teil der Oslo-Stories-Trilogie (Sehnsucht) geht es im zweiten Teil um queere Gefühle eines Teenagers. Abermals widmet sich der Autor und Regisseur Dag Johan Haugerud der Komplexität menschlicher Beziehungen mit viel Feingefühl und beweist einmal mehr, wie schön bildhafte Sprache sein kann. Auch als Voice-Over. Goldener Bär 2025 in Berlin. Sehr bewegend und mein Platz 10.

 

 

9. Vingt dieux – Könige des Sommers (Louise Courvoisier)

Der 18-jährige Totone ist Sohn eines alleinerziehenden Vaters und Aufpasser seiner jüngeren Schwester Claire. Als eine Party wieder einmal kräftig aus dem Ruder läuft, verunglückt der Vater mit dem Auto und Totone steht plötzlich samt Schwester alleine da. Diesem sommerleichten Coming-of-Age-Komödiendrama gelingt der Spagat zwischen Tragik und Komik, auch weil Regisseurin Louise Courvoisier auf Klischees und überflüssige Dialoge verzichtet und sich nie über ihre Figuren lustig macht. Ein herausragendes Debüt.

 

 

8. I like movies (Chandler Levack)

Dieses kleine Meisterwerk von Chandler Levack macht glücklich. Obwohl alles dagegen spricht: Die Hauptperson ist ein Anti-Held, zu arrogant, zu klein, zu dick, respektlos seiner Mutter gegenüber und auch sonst an wenigen Dingen interessiert: außer an Filmen. Eine Leidenschaft, die er mit seinem besten Freund Matt teilt, der sich Lawrence´ Gemeinheiten beim abendlichen Nachspielen von Saturday Night Life-Intros einige Jahre gefallen lässt. Filmnerd-Pleaser, Kritikerliebling, Glücklichmacher. Und es lässt sich gar nicht genau beschreiben warum.

 

 

7. In die Sonne schauen (Mascha Schilinski)

Bei Mascha Schilinski, die die Idee zum Film während eines längeren Aufenthaltes auf einem Bauernhof in der Altmark hatte, werden in mehreren Zeitsprüngen für junge Frauen und Mädchen Geheimnisse offenbar. Wie verlor der ältere Bruder sein Bein? Warum hört er auf zu schreien, wenn er „in der Mitte des Körpers“ massiert wird? Was macht die Mutter, wenn sie vor den Familienfotos steht? Schilinski mäandert durch die Zeit, vom Kaiserreich bis heute und erzählt die (meist düsteren) Geschichten der Familien, die in vier verschiedenen Zeitabschnitten einen Bauernhof in der Altmark bewohnen. In erster Linie aus weiblicher Perspektive. Ein virtuoses Drama mit geschickt miteinander verknüpften Schicksalen. Meisterhaft.

 

 

6. Sirát (Oliver Laxe)

Ein Vater sucht seine volljährige Tochter. Ein hypnotisches und in Teilen dystopisches Roadmovie mit viel ambient techno (Kangding Ray), staubigen Landschaftsaufnahmen und einigen sprichwörtlichen „Schlägen in die Magengrube“. Offen für Interpretationen. Ein faszinierend immersiver, allegorischer Trip des Spaniers Oliver Laxe. Ausgezeichnet mit dem großen Preis der Jury in Cannes. Sehr empfehlenswert für hartgesottene Cineasten.

 

 

5. O Agente Secreto – The Secret Agent (Kleber Mendonca Filho)

In der in mehrere Kapitel aufgeteilten, teils autobiographischen 158-minütigen Erzählung geht es im Kern um die Sehnsucht nach dem eigenen Sohn, den Rahmen bilden zahlreiche Randgeschichten rund um Protagonisten aus der linken Untergrundbewegung in Brasilien der 1970er, inklusive Kriegsflüchtling (R.I.P.: Udo Kier) und einem Sprung ins Hier-und-Jetzt. Ein fantastisch inszenierter und angenehm entschleunigter Agentenfilm aus Brasilien.

 

 

4. Der Brutalist (Brady Corbet)

Während überall auf der Welt eher um Grenzen setzen statt um Chancen schaffen gestritten wird, schuf der ehemalige Schauspieler Brady Corbet (Jahrgang 1988) ein monumentales Epos, indem es um die Auswanderung eines jungen Mannes geht. Lászlo Tóth ist (ein fiktiver) Architekt aus Ungarn, Jude und auf dem Weg in die USA. Das brutale Regime der Nazis hat er überlebt. Entkräftet im New York des Jahres 1947 angekommen, wird Lászlo von seinem Cousin (Alessandro Nivola) empfangen. Aber erst der reiche Kriegsgewinnler Harrison Lee Van Buren (Guy Pearce) engagiert den Architekten für ein größeres Projekt, das allen Beteiligten viel abverlangt. Dreieinhalb bewegende Stunden, dreifach mit dem Oscar ausgezeichnet, mit einem herausragenden Hauptdarsteller Adrien Brody, ein Meisterwerk von Film.

 



3. Amrum (Fatih Akin)

Fatih Akin inszeniert das persönliche Jugend-Drama seine Mentors Hark Bohm mit viel Feingefühl und Liebe zu den Figuren. Er setzt auf authentische Darsteller, friesischen Dialekt und eindrucksvolle Naturaufnahmen der Insel. Ein Fatih Akin Film, der nicht nur seinen Mentor zufrieden aus dem Kino entlässt. Tief bewegend.

 

 

2. One Battle After Another (Paul Thomas Anderson)

Der lose auf dem Thomas-Pynchon-Roman „Vineland“ basierende Film erzählt ebenso verästelt wie turbulent die Geschichte eines untergetauchten Aktivisten, der sich mit seiner Tochter in das amerikanische Hinterland zurückgezogen hat und von einem erzkonservativen Oberst gejagt wird. Ein spannendes Duell, verkörpert von zwei herausragenden Darstellern, das Paul Thomas Anderson in knapp 3 Stunden meisterhaft in Szene setzt.

 

 

 

1. Sentimental Value (Joachim Trier)

Aus einem Inhouse-Drama wird ein Vater-Tochter- dann ein Familiendrama. Inklusive einer Film-im-Film-Erzählung. Joachim Trier (Oslo, 31. August, Thelma, Louder than bombs) verknüpft diese Erzählstränge zu einem herausragend bebildert und gespielten, gut zweistündigen Meisterwerk, das von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt.

 

Das waren meine Highlights aus dem Kinojahr 2025. Wer die besten Filme des Jahres 2024 noch einmal nachlesen möchte, für den habe ich hier den Link dazu. Ich freue mich auf ein hoffentlich herausragendes Kinojahr 2026. Filme wie „Dune: Part Three„, „Avengers: Doomsday„, „The Mandalorian & Grogu“ und Co. lassen zumindest im Bereich Hollywood-Blockbuster einiges erwarten. Wir sprechen uns an dieser Stelle hoffentlich bald wieder. Und Kommentare zu meiner Liste gerne am Ende des Textes in die Kommentarspalte. Auf ein wunderbares Kinojahr 2026!

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