Die Olympischen Spiele und die Umwelt

Peking 2008Münster – Das Jahr 2008 ist ein Sportjahr. Erst die Fußball-EM im Juni, in zwei Wochen beginnen die Olympischen Spiele. Ein Ereignis, das jedes Sportlerherz in freudige Verzückung versetzen sollte. Eigentlich. Doch ich habe keine Lust auf die Olympischen Spiele. Gründe dafür gibt es viele. Chinas Haltung zu den Punkten Meinungsfreiheit, Menschenrechte und Umweltschutz beispielweise. Oder Chinas Außenpolitik im Hinblick auf das besetzte Tibet. Zur Zeit herrscht dicke Luft in Peking. Allein in der Weltmetropole wohnen etwa 17 Millionen Menschen, es sind knapp 3,3 Millionen Autos zugelassen. Dadurch, dass die Welt in den kommenden sechs Wochen auf diese Stadt schauen wird, gelten massive Einschränkungen, um die Luft zu verbessern: Autos dürfen je nach Nummernschild nur noch an geraden oder ungeraden Tagen fahren. Die Straßen sind aber trotzdem nicht plötzlich halb so voll. Die Sicht lag in den letzten Tagen gerade mal bei etwa 100 Metern. Das reicht nicht mal, um im Stadion von einer Seite zur anderen zu schauen. Machen diese Punkte Lust, ein sportliches Großereignis zu verfolgen? Mitnichten.
Die Leidtragenden sind die vielen inhaftierten Regimegegner in China, die Bewohner von Peking und die Sportler, die sich vier Jahre auf dieses sportliche Ereignis vorbereitet haben. Denn die Olympischen Spiele sind die Krönung jeder sportlichen Karriere. Die Frage muss demnach lauten: Gibt es ein effizientes Mittel, um seinem Protest Nachdruck zu verleihen? Ich beantworte die Frage mit „Ja“ und werde in den nächsten Wochen den Fernseher ausgeschaltet lassen. Eine niedrige Einschaltquote sorgt meistens für geringere Werbeeinnahmen und – sollten sich mehrere meinem Protest anschließen – vielleicht für ein Nachdenken bei den Verantwortlichen.
Eine treffende Aussage über das digitale Medienzeitalter lautet: Ein Großereignis, das nicht in den Medien präsent und somit nicht in aller Munde ist, hat nie stattgefunden.

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