Nie wieder Telekom – Fehlstart ins neue Jahr

Haende auf Laptop-TastaturDas Jahr hatte so gut angefangen: Crepes, Sekt und Jonglage bei Freunden, Entspannung bei den Schwiegereltern und ein sicherer Heimweg Dank schnee- sowie eisfreier Straßen bei angenehmen Temperaturen. Zuhause dann das: Beim ersten Internet-Download-Vorgang bricht die Leitung zusammen. Kein Anschluss (mehr) unter dieser Nummer! Ein Drama. Als Besitzer des Entertain-IP-Paketes von der Telekom heißt das: Ohne Internet-Zugang steht auch das Telefon still, Surfen ist natürlich nicht mehr möglich und erst Recht kein Download der EPG-Daten für den Entertain-Receiver. Das hatte ich mir im „besten Netz in Deutschland“ ganz anders vorgestellt. „Herr Gertz, mit dem Entertain-IP-Paket können Sie nichts falsch machen“ hatte mir der nette Telekom-Berater im Februar des letzten Jahres noch stolz versprochen. Und genau darauf hatte ich mich nach zwei Jahren Vodafone gefreut. Doch mit dem neuen Vertrag nahm unser Drama mit dem ehemaligen Staatskonzern seinen Lauf. Die Geschichte in sechs Akten:

1. Akt: Mit dem Wechsel von Vodafone zur Telekom gibt es bereits den ersten Ärger: Die Portierung der drei Festnetz-Nummern verzögert sich. Und zwar so lange (6 Wochen), dass die Bundesnetzagentur meine alten Nummern für den Markt freigibt. Ich erhalte von der Telekom ein Entschuldigungsschreiben und drei neue Telefonnummern. Visitenkarten, Impressum und vieles mehr werden daraufhin geändert.
2. Akt: Stichwort: Wiedergutmachung bzw. Servicebereitschaft. Wer einen Handy-Vertrag und einen Festnetzanschluss von der Telekom hat, der erhält eine monatliche 5,- Euro Gutschrift auf den Vertrag seiner Wahl. Jedoch erst auf eigene Nachfrage.
3. Akt: Fehlersuche. Nach dem „Zusammenbruch“ der Leitung empfiehlt mir die Kundenbetreuung der Telekom, den Fehler bei der Hardware, sprich beim Speedport-Router, zu suchen. Ich lasse mir einen neuen schicken. Vier Tage später sieht ein anderer Kundenbetreuer auf seinem Monitor, dass der „Durchgang“ durch meine Hausleitung viel zu gering ist. Sprich, ich wurde beim ersten Anruf schlichtweg veräppelt, mit anderen Worten hingehalten. Eine weitere Kundenbetreuerin hatte mir später sogar die Montage eines Splitters empfohlen. Auch dieser Vorschlag wurde umgesetzt, versprach aber keinen Erfolg und wurde sogar vom Telekom-Techniker später belächelt.
4. Akt: Der Telekom-Techniker, der erst nach vier Tagen von der Kundenbetreuung angefordert wird, erscheint weitere drei Tage später vor Ort. Meine Leitung ist inzwischen 6 Tage tot.
5. Akt: Der sehr nette Telekom-Techniker Herr Rossmann bemüht sich nach Kräften, den Fehler zu finden. Er glaubt an einen Kurzschluss in der Leitung vom Verteiler zur Wohnung und legt eine neue, provisorische Leitung über den Balkon. Die „Operation“ dauert drei Stunden. Die Telefonbuchse befindet sich jetzt an einem anderen Platz. Sämtliche LAN-Kabel (Receiver, PC) müssen nun in den nächsten Tagen neu verlegt werden.
6. Akt: Die provisorische Hilfsleitung funktioniert. Doch mit diesem Erlebnis, den Erfahrungen der letzten Zeit mit der Telekom bzw. der Kundenbetreuung und der dilettantischen Betreuung während meines Ausfalls wird die Kündigung meines Vertrages in den nächsten Tagen rausgehen.

Rund zwei Milliarden Euro betrug der Werbeetat der Deutschen Telekom im Jahre 2001. Mit dem Wechsel von René Obermann an die Spitze des Telekommunikations-Anbieters Ende 2006 wurde der Etat in mehreren Stufen heruntergefahren. So gab der Konzern im Jahr 2006 in Deutschland „nur noch“ zwischen 700 Mio und 800 Mio EUR für Werbung und Sponsoring aus. Seit 2010 wird der Werbeetat jedoch wieder aufgestockt. Allein das „Telekom Cloud Computing“ wurde 2011 mit 27 Mio. Euro in den Medien beworben (zum Vergleich Apple Ipad 1 25 Mio. Euro). Mit 183, 31 Mio. Euro von Januar bis November 2012 (ein Plus von 4% gg. Vorjahr) zählt die Deutsche Telekom jedoch wieder zu den Top-Ten-Werbungtreibenden in Deutschland. Und wie schreitet der von Ihnen versprochenen Ausbau der Service-Qualität voran, Herr Obermann? Ach ja, nicht mehr ihr Thema. Sie geben den Vorstandsvorsitz Ende 2013 auf. Schade. Aber kein Problem für mich. Ich kann zwar neuerdings meine Anliegen via eMail und Twitter kommunizieren. Aber ein Kunde ihres Unternehmens bin ich Anfang 2014 sicherlich auch nicht mehr.