Filmkritik „Visages, Villages – Augenblicke: Gesichter einer Reise“

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Wer wen zuerst kontaktiert hat, daraus machen alle Beteiligten ein großes Geheimnis. Aber die Frage nach ihrem Kennenlernen, die wird ihnen auf ihrer Reise öfter gestellt. „Wir haben uns auf einem Dating-Portal kennengelernt“ scherzt dann irgendwann der französische Streetart-Künstler JR, der daraufhin prompt von seiner Begleitung Agnès Varda korrigiert wird. „Nein, ich habe deine großen Augen(-Fotos, Anm.d.Red.) auf den Kühltürmen gesehen. Und ich fand das wirklich toll.“ Ungewöhnlich ist es schon, das porträtierte Paar, das von Kameras begleitet zusammen im alten umgebauten Mercedes Sprinter über die Lande reist und einigen Bewohnern der Region mit übergroßen Fotos ein Denkmal setzt. Aber […]

Filmkritik „Swimming with Men“

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Ende der 90er Jahre, genauer 1997, als die Welt noch weit weniger vernetzt war, amüsierte sich ein Millionenpublikum köstlich über die Geschichte einiger arbeitsloser Stahlarbeiter im englischen Sheffield, die als männliche Stripper nicht nur ihre Geldbeutel füllen, sondern auch ihr verloren gegangenes Selbstwertgefühl wiederfinden wollten. Auch ohne digitale Unterstützung sprach sich schnell herum, dass die Männer durchaus bereit waren, es, oder besser ihn, allen zu zeigen. Eben „Ganz oder gar nicht“. So lautet der deutsche Titel der britischen Filmkomödie „The Full Monty„, die sich vom anfänglichen Tipp zum internationalen Kassenmagneten entwickelte. Die charmante Geschichte von Simon Beaufoy („Slumdog Millionaire“, „127 […]

[Anzeige] Die Verlegerin – Was der Journalismus damals besser machte

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Wenn die Druckerpressen endgültig die hoch explosive Story schwarz auf weiß verewigen, dann wackeln die Wände der Redaktionsräume der Washington Post wie ein Erdbeben. Dem verschmitzt lächelnden Reporter inmitten von Schreibmaschinen wird klar, dass der politische Betrieb der USA schon kurze später genauso durchgeschüttelt werden wird. Ein historischer Moment. Auch für die Pressefreiheit und den Journalismus. Dieser zentrale Moment, nachgestellt in Steven Spielbergs „Die Verlegerin“, bringt sehr elegant auf den Punkt, wie brisant die Enthüllungen damals waren, Anfang der 70er Jahre, in New York, um die sich der Film dreht. Die sogenannten Pentagon Papers, die erst von der New York […]

Was Sie schon immer über Twitter wissen wollten…

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Auf dem Filmfest in Oldenburg im letzten September bekam ich die Gelegenheit, einen tollen Dokumentarfilm über „das Phänomen Twitter“ zu sehen. Jeder Filmbesucher, der einen eigenen Twitter-Account besitzt, durfte während der Vorstellung mit den Protagonisten im Film als auch mit der Filmemacherin live „chatten“. Ein großer Spaß! Das Projekt, das sich „Twittamentary“ nennt, fand ich so interessant, dass ich einen Tag später ein langes Interview mit der südkoreanischen Filmemacherin geführt habe. Im Anschluss an die Vorführung in Oldenburg ist Tan Siok Siok mit ihrem Film um die Welt gereist. Und seit gestern ist der Film auch online im Netz abrufbar […]

Kinderidylle, Arbeitswelt, Spreewald – Meine Filme vom Wochenende #15 2012

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Abwechslungsreicher kann Kino kaum sein. Ein Ausflug in den Süden Frankreichs des Jahres 1944 und später ein Rundgang durch die Büros und Kaffee-Ecken einiger Hamburger Firmen und Agenturen. Dazu am nächsten Tag ein Blick in ein französisches Hafenidyll auf einer Großbildleinwand und am nächsten Abend die Reise in den Spreewald im TV. Aber der Reihe nach. Die gedankliche Odyssee startete mit Christophe Barratier („Die Kinder des Monsieur Matthieu“) und seinem „Krieg der Knöpfe„. Die x-te Verfilmung des Kinderbuches von Louis Pergaud hat mich nicht wirklich überzeugen können. Die Geschichte zweier Kinderbanden aus den Dörfern Velrans und Longeverde wurde von 1912 […]

Versext, verzaubert und verliebt – Meine Filme vom Wochenende #14 2012

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Bevor es schon wieder in eine neue Kinowoche geht, will ich an dieser Stelle (mit etwas Verspätung) schnell noch meine Kritiken zu meinen letzten Filmbesuchen loswerden. Denn diese neuen Filme hatten es in sich. Zusammen mit meiner Frau hatte ich mich sehr auf einen Besuch der Neuauflage von James Camerons „Titanic“ gefreut. 15 Jahre nach seinem Mega-Erfolg, brachte Cameron pünktlich zum 100. Jahrestag des wohl bekanntesten Schiffsunglücks der Geschichte seine parallel erzählte Liebesgeschichte zwischen Rose (Kate Winslet) und Jack (Leonardo DiCaprio) erneut auf die Leinwände – aufbereitet in 3D. Während die einen von „Geldschneiderei“ (ARD) sprechen, boten mir die (wenigen) […]

Bösartig, intrigant und kämpferisch – meine Filme vom Wochenende

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Tiere kennen keine Intrigen. Wie angenehm war da die Vorpremiere der sehenswerten BBC Earth Dokumentation „Unser Leben“ nach einigen filmischen Enttäuschungen und einer ausgiebig gefeierten Geburtstagsparty mit alten Studenten-Kollegen am Morgen nach der langen Nacht. Aber der Reihe nach. Auf einen Film hatte ich mich besonders gefreut: auf Steven Soderberghs Star-besetzte Agentenhatz „Haywire„. Michael Douglas, Antonio Banderas, Ewan McGregor, allein die Namen versprechen hochkarätiges Unterhaltungskino. Und was passiert? Obwohl die Hauptdarstellerin, Gina Carano, eine Multi-Martial-Arts-Expertin, hübsch anzuschauen ist, ist der Film mit ihr (übrigens noch vor „Contagion“ entstanden) nicht mehr als eine lustlos und unmissverständlich verschachtelt inszenierte kleine Fingerübung eines […]