Chancen im Web 2.0 für die “Best Ager”

Szene aus dem Fachvortrag Neue Möglichkeiten im Internet im Rahmen der Netzwoche bei der Volksbank Ochtrup.

Fachvortrag im Rahmen der Netzwoche bei der Volksbank Ochtrup (Photo: C.Gertz)

Die mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Kommunikations-Möglichkeiten im Internet wie Facebook, Twitter, XING und Co. stoßen nicht in allen Altersgruppen auf breite Zustimmung. Diese Erfahrung mache ich immer wieder in meinen Schulungen und Vorträgen. Obwohl beispielsweise bei Facebook die Altersgruppe ab 45 Jahren zur Zeit die größten Steigerungsraten hat, verbindet die nächst höhere Altersgruppe der sogenannten “Best Ager” die neuen Möglichkeiten weniger mit Chancen und Möglichkeiten sondern (noch) viel mehr mit Gefahren, Datenschutz, Cybermobbing und Datenklau, sprich “Phishing”.

“Typisch Deutsch” könnte man meinen. Dass die Skepsis zwar in vielen Fällen berechtigt ist, dennoch mehr Vorteile und Chancen für jede Altersgruppe in den Web 2.0 Portalen stecken, darauf durfte ich in einem Fachvortrag am gestrigen Dienstagabend im Rahmen einer “Netzwoche” aufmerksam machen. Die Netzwoche zum Thema “Neue Möglichkeiten im Internet – Chancen und Risiken” wurde (parallel zur CeBIT in Hannover) von der Volksbank Ochtrup initiiert. Eine tolle und wichtige Idee. Auch, weil verschiedene Altersgruppen (und Kunden der Volksbank) angesprochen werden und weil es immer noch mehr offene Fragen als Antworten zu diesem Themenkomplex gibt. Danke für die Einladung. Mehr dazu finden Sie auf der Seite der Volksbank Ochtrup, ihre Ansprechpartnerin ist Melina Schnieders.

Wir müssen zu Facebook!

FB LogoFacebook ist das führende Soziale Netzwerk in 127 von 137 Staaten. Facebook hat aktuell 1 Milliarde aktive Nutzer weltweit. 58 Prozent davon loggen sich täglich bei Facebook ein. 600 Millionen nutzen Facebook auch mobil. Allein in Deutschland hat Facebook 25 Millionen angemeldete User. 83 Prozent der 14- bis 34-jährigen sind jeden Tag auf Facebook aktiv. Das sind die Zahlen. Täglich werden Inhalte in den Sozialen Netzwerken von Nutzern selbst erzeugt. Somit werden Kaufentscheidungen und Imagewerte von Unternehmen in zunehmendem Maße von Konsumenten beeinflusst. Das ist die Realität. Für viele Firmen hat der Auftritt bei Facebook einen ökonomischen Mehrwert (für die europäische Wirtschaft beträgt der Mehrwert 15,3 Milliarden Euro) NICHT mitreden können, das wollen die meisten vermeiden und melden sich bei Facebook an. Verständlich, dass viele Geschäftsführer/innen, PR- und Marketingvorstände derzeit laut schreien: Wir müssen zu Facebook!

Doch was passiert, wenn ein Konto oder eine Fanseite bei Facebook das erste und vielleicht einzige Social Media Marketing Instrument bleibt? Wie gehe ich damit um, wenn meine Kunden in den direkten Dialog mit meinem Unternehmen / meiner Agentur / meinem Geschäft treten – über die Sozialen Netzwerke? Nicht nur Dell, HP, die Deutsche Bahn, Vodafone, die Telekom oder die Münstersche Zeitung haben die bittere Erfahrung machen müssen, dass ein Schnellschuss, wie zum Beispiel die Weiterleitung von Pressemitteilungen und/oder rss-Nachrichten aus der PR- oder Marketing-Abteilung, der absolut falsche Weg ist, um mit einem Auftritt bei Facebook das Feld des Social Media Marketings “zu beackern”. Den meisten ist nicht klar, dass es einer Strategie und somit einer längeren Planung bedarf, um über den Weg der Social Media mit den Kunden zu kommunizieren. Die Basis von Social Media Aktivitäten ist die Kommunikation. Und Social Media ist kein “Allheilmittel”. Social Media basiert auf drei Säulen: Social Media Culture – Social Media Relations – Social Media Marketing. Was damit gemeint ist und wie eine Strategie aussehen kann, das erkläre ich Ihnen gerne in einem meiner Seminare (siehe Kalender rechts) – oder auch vor Ort. Damit der Schnellschuss nicht zum Marketing-Desaster wird.

VHS Münster bleibt im Aegidiimarkt

Ob es an den wenigen Sonnenstrahlen lag, die tagsüber immer wieder durch die Wolkendecke über Münster stachen? Oder gar an den “angenehmen” Temperaturen von bis zu 11 Grad Celsius? Wie auch immer, aus ganz besonderem Interesse freue ich mich über die (einstimmige) Entscheidung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster, die Volkshochschule bis mindestens 2016 im Aegidiimarkt beheimatet zu lassen. Diese Entscheidung fiel am gestrigen Donnerstagabend. Und damit nach dem Wegfall der Räumlichkeiten am VHS-Standort Katthagen ausreichend Platz für die Kurse aus dem reichhaltigen Angebot bleibt, wird das ehemalige Geschäftslokal des Ausrüsters “Kettner” angemietet und umgebaut. Das berichtet die Münstersche Zeitung in der heutigen Ausgabe.

Dieser Entscheidung war ein wochenlanger Streit vorausgegangen, in dem auch über einen Neubau diskutiert wurde. Das äußere Klima hat demnach anscheinend am gestrigen Donnerstagabend das innere Klima beruhigt. Eine gute Entscheidung für die Kulturstadt Münster. Vor diesem Hintergrund freue ich mich noch mehr auf meinen Kurs für Seniorinnen/Senioren “Soziale Netzwerke wie Facebook nutzen“, der am 14. März 2013 beginnt. Und es sind noch wenige Plätze frei. Weitere Infos/Anmeldung dazu hier.

Neue Kurse “Facebook, Twitter und Co.”

Screenshot Social Media WorkshopDie neue Herausforderung ist die Digitalisierung unseres Lebens. Wir ahnen, dass es gravierende Veränderungen sein werden und ich sehe darin wesentlich mehr Chancen als Risiken.“ Mit diesen Worten wurde der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, im Jahre 2010 auf den Münchner Medientagen zitiert. Nur zwei Jahre später werden US-Präsidentschafts-Wahlkämpfe im World Wide Web entschieden, das so genannte “Social Screening” hält Einzug in unseren Fernsehalltag, 98 Prozent der deutschen Jugendlichen bis 24 Jahre haben ein Konto bei Facebook. Wie kann ich da den Anschluss halten? Was habe ich davon? Welchen Gefahren sind meine Tochter / mein Sohn damit ausgesetzt? Das alles und noch vieles mehr erfahren Sie in meinen Kursen, u.a. beim BWV Münster oder in der Volkshochschule Münster ab nächste Woche Donnerstag, 15.11.2012. Und es sind noch wenige Plätze frei! Ich freu´ mich darauf.

Was wird aus Studi/Schüler-VZ?

Logo StudiVZIn Sozialen Netzwerken bewege ich mich oft und gerne. In den meisten häufig frequentierten Netzwerken bin ich mit einem Profil vertreten. Die Entwicklungen im Bereich der digitalen Vernetzung, die ich als “Digital Immigrant” von Beginn an miterleben durfte, finde ich spannend und gewinnbringend. Außerdem “spiele ich nicht nur gern´ mit, ich rede auch gern´ darüber.” Schreiben übrigens auch. Nur aus einigen wenigen Netzwerken habe ich mich bisher (auch als Student) komplett herausgehalten: Aus den VZ-Netzwerken wie SchülerVZ, StudiVZ oder MeinVZ zum Beispiel. Achtung bittere Ironie: Vielleicht kennt man das eine oder andere Verzeichnis (noch)? Das waren die Anlaufstellen für Schüler und Studenten, die von der Holtzbrinck-Verlagsgruppe im Jahr 2007 für 85 Millionen Euro übernommen worden sind. Fünfundachtzig Millionen Euro… Wie viele Ideenfabriken hätte die Verlagsgruppe damit unterstützen können? Wie viele eigene Kreativschmieden hätte Holtzbrinck damit entwickeln können? Zu spät. Die Verantwortlichen hatten auf eine Kopie gesetzt. Auf ein Abbild. Hochdotierte Manager wie zum Beispiel Johann Butting sollten als “Member of Executive Board” neue Ideen entwickeln. Nur wie, wenn man kein Mark Zuckerberg ist? Nur 8 Monate später betreute er ein Holtzbrinck Projekt in den USA, heute arbeitet Johann Butting in London.

Bei der Eingabe des Suchbegriffes “Georg von Holtzbrinck” bei Portalen wie XING oder ähnlichen könnte man bei den zahlreich ausgespuckten Profilen und ganz besonders bei den Lebensläufen der Protagonisten mit Schlagwort “Holtzbrinck” zu der Vermutung kommen, es geht bei “Holtzbrinck Digital” zu wie in einem Taubenschlag. Getreu dem Motto “Hire and Fire”. Dass mit dieser Art der Unternehmensführung nur selten eine langfristig erfolgreiche Strategie (ohne teure Zukäufe) möglich ist, habe ich in meiner beratenden Tätigkeit oft genug erleben dürfen. “Wirtschaftlich befinden sich die VZ-Netzwerke auf einem guten Weg”, gab der neue Chef der Holtzbrinck Beteiligungsgesellschaft “Holtzbrinck Digital”, Markus Schunk, im Mai letzten Jahres bekannt. 30 Millionen Euro habe man 2010 mit den VZ-Netzwerken umsetzen können. Sicherlich kannte Herr Schunk da schon die Bitkom-Studie vom April 2011, in der zu lesen war, dass immer mehr deutsche Internetnutzer den VZ-Netzwerken den Rücken kehren. Natürlich in Richtung Facebook, hin zum wesentlich erfolgreicheren Original.

Holtzbrinck hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Portfolio seiner Internetbeteiligungen deutlich ausgedünnt. Wie heise.de im Mai zusammenfasste, trennte sich das Unternehmen von seiner Beteiligung an der Shoppingplattform Brands4friends sowie vom Online-Magazin Golem. Auch die Musik-Streaming-Plattform steereo.de wurde eingestellt. Seit Oktober 2011 steht Stefanie Waehlert am Ruder der VZ-Netzwerke. Die begeisterte Marathonläuferin initiierte einen Umbau der Netzwerke, die zukünftig unter dem Namen “Poolworks” firmieren. Im Zuge des Umbaus mussten 25 der zuletzt 70 Mitarbeiter gehen.

Wie heise.de vor zwei Tagen bekannt gab, soll das Online-Portal SchülerVZ zukünftig zu einem “edukativen Angebot” werden und unter dem Namen Idpool firmieren. Schwerpunkt sollen “Funktionalitäten rund um den Austausch von Jugendlichen zu ihren Interessen und Fähigkeiten” sein. Gebt dem Kind ruhig einen anderen Namen, sage ich, der Absturz ist kaum mehr aufzuhalten. Immer mehr Nutzer kehren StudiVZ und Co. den Rücken. Die Zahl der Seitenbesuche (Visits) sank im Mai laut IVW auf 44,7 Millionen; ein Jahr zuvor waren es noch 206,7 Millionen, im Mai 2010 sogar noch 466,2 Millionen.

Die wichtige Frage, die sich hinter dieser Entwicklung versteckt, lautet: Ist dies ein Einzelfall? Ist die Vernetzung, sind “Social Media” ein zeitlich befristetes Phänomen? Wann ist der Branchenprimus Facebook ein Auslaufmodell? Zweifler hat es immer gegeben und wird es immer geben. Wer die meist hitzig geführten Diskussionen verfolgt, wird feststellen müssen, dass es oft die “Digital Immigrants” über vierzig sind, die das Ende des Phänomens “Social Media” schon im Blick haben. Die Praxis sieht aber anders aus. “Social Media werden sich immer stärker in unseren beruflichen und privaten Alltag integrieren und wir werden sie zukünftig vorrangig über mobile Endgeräte nutzen” blickt auch die Unternehmensberaterin und Buchautorin Claudia Hilker positiv voraus. Dieser Perspektive möchte ich mich anschließen. “Social Media” sind alles andere als Auslaufmodelle. Man sollte nur auf das Original setzen. Und nicht auf eine Kopie.