Alles Facebook oder was?

Programminformation VHS-Kurs Münster Neue Möglichkeiten im InternetNach den sehr gut besuchten Kursen im letzten Jahr, findet im März 2012 ein weiterer Kurs von mir zum Thema “Neue Möglichkeiten im Internet” für Senioren statt. Auch hier wird es um die neuen Möglichkeiten für Internet-Benutzer im Zeitalter des Web 2.0, sprich um das Thema “Social Media” und im Speziellen um die sozialen Netzwerke wie Facebook, XING, MeinVZ, Youtube und mehr gehen. Gerade im Hinblick auf die Änderungen, die Facebook in Punkto “Chronik” zur Pflicht macht, dürfte sich jeder Facebook-Fan auf ein paar Tipps freuen. Ich freue mich über eine rege Teilnahme. Anmeldungen können auch online über die Seiten der Volkshochschule Münster abgegeben werden. Bitte geben Sie diese Information und das Angebot an mögliche Interessenten weiter. Vielen Dank! Vielleicht sehen wir uns?

VHS-Kurs: Neue Möglichkeiten im Internet

Programminformation VHS-Kurs Münster Neue Möglichkeiten im InternetNach den sehr gut besuchten Kursen im letzten Jahr, findet im März 2012 ein weiterer Kurs von mir zum Thema “Neue Möglichkeiten im Internet” für Senioren statt. Auch hier wird es um die neuen Möglichkeiten für Internet-User im Zeitalter des Web 2.0, sprich um das Thema “Social Media” und im Speziellen um die sozialen Netzwerke wie Facebook, XING, MeinVZ und mehr gehen. Ich freue mich über eine rege Teilnahme. Anmeldungen können auch online über die Seiten der Volkshochschule Münster abgegeben werden. Bitte geben Sie diese Information und das Angebot an mögliche Interessenten weiter. Vielen Dank! Vielleicht sehen wir uns?

Literaturbegegnung mit Friederike Mayröcker

Plakat zur Literaturbegegnung mit Friederike Mayröcker

Plakat vor den Städt. Bühnen Münster (Foto: C.Gertz)

Ein Kommentar. Es ist ein Graus, mit welch zweifelhaftem Erfolg sich die Entscheidungen einiger weniger für immer mehr Verzicht einer größeren Masse verantwortlich zeichnen. Das lässt sich derzeit nicht nur in den südlichen Ländern Europas ablesen. Richten wir den Fokus weg von “Bunga, Bunga” und verengen ihn. Vom Land in die Stadt. Von der Stadt in die Szene. Nehmen wir das Beispiel “Kultur in Münster”. Unbestritten ist, dass nicht nur die Dichte sondern auch der Output der Kultur in der Westfalenmetropole und Studentenstadt Münster eine der höchsten des Landes sind.

Unter Theaterfreunden genießen die städtischen und freien Ensemble der zahlreichen Theater der Stadt einen sehr guten Ruf. Und auch Musikliebhaber erfreuen sich an der Qualität “ihres” Sinfonieorchesters oder der zahlreichen Bands, die jeweils weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind. Ja, es soll in der Studentenstadt sogar kleine Theater-Ensemble geben, die gänzlich ohne städtische Kulturförderung auskommen. Welche Stadt kann das schon von sich behaupten?

Doch wo viel Glanz ist, fallen oft auch Schatten. Und wie in vielen anderen Bereichen stinkt auch hier der Fisch vom Kopf. Die Intendanten der Städtischen Bühnen in Münster, ein Kulturbetrieb übrigens, der im Jahr mit einer Finanzspritze von bis zu 22 Millionen Euro subventioniert wird, ließen es sich nicht nehmen, bekannte deutschsprachige Literaturgrößen nach Münster zu holen. Sie nannten diese Reihe zu Beginn der Spielzeit 2010/2011 stolz “Literaturbegegnungen“. Mit dieser Event-Reihe wurde jedoch keine Event-Agentur beauftragt (die eine vernünftige Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt hätte), sondern diese honorigen Gäste wollte man lieber selbst nach Münster einladen. Ehre, wem Ehre gebührt! Koste es, was es wolle!

Die Ankündigungen für diese Literaturbegegnungen wurden weit gestreut und fanden sogar im Kulturkalender der ehrwürdigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung Beachtung. Eine kulturelle Veranstaltung in Münster, nachzulesen in der FAZ. Chapeau! Ziel erfüllt aber Kasse leer? Für die ganzseitigen Anzeigen, Werbebanner und Programmheftchen wurden selbstredend keine Kosten und Mühen gescheut. Natürlich erhielt ich auf meine Anfrage darüber keine Auskunft. Aber die Kosten dürften sich allein für die Werbung auf etwa 25.000 bis 30.000 Euro belaufen – pro Künstler natürlich.

Während für den ersten “Doyen der deutschen Literatur” (Zitat: Westfälische Nachrichten), Literaturnobelpreisträger Günter Grass, im November 2010 noch jeder verfügbare Stuhl ins Große Haus geholt werden musste (760 Plätze) und die Gewinn-Verlust-Rechnung damit noch weit weniger verheerend ausfiel (Karte: 25,- Euro), blieben beim zweiten Literaten, Martin Walser, zahlreiche Plätze im Großen Haus unbesetzt. Ein Affront gegen jedes journalistische Feingefühl war es zudem, sowohl letztere als auch die dritte Begegnung mit der Österreicherin Friederike Mayröcker als “gut besucht” oder “außerordentlich erfolgreich” zu beschreiben.

Die erste Begegnung mit der inzwischen 87-jährigen Frau Mayröcker musste zu allem Überfluss wegen einer Erkrankung im Juni verschoben werden. Der lange zuvor angekündigte Termin wurde kurzerhand auf Oktober 2011 neu angesetzt. (Bitte summieren Sie jetzt nicht die (doppelten) Kosten für den Werbeaufwand.) Damit bewegten sich die Ausgaben für die Literaturbegegnungen insgesamt sicherlich längst im sechsstelligen Bereich. Nach dem nur mäßigem Kartenverkauf für Frau Mayröcker wurde ihre Verkaufsshow (nichts anderes war die “Begegnung” mit Herrn Walser) ins Kleine Haus verlegt. An diesem Abend wollten gut 160 Literaturfans die Lyrikerin live erleben. Dazu schrieben die Kollegen, wie zum Beispiel ein Kollege der Westfälischen Nachrichten: “Dem Publikum, das zahlreich ins kleine Haus geströmt ist“. Zur Erinnerung, es waren rund 160!

Literaturbegegnung Friederike Mayröcker Städtische Bühnen Münster 2011Frau Mayröcker ließ es sich nicht nehmen, die zahlreichen Gäste, die ins Kleine Haus “geströmt” waren, erst einmal zehn Minuten warten zu lassen. Dann kam sie an der Hand von Klaus Kastberger, Literaturkritiker und –wissenschaftler an der Universität Wien, Mayröcker-Kenner und Duz-Freund und zusammen sollten sie ein “lockeres Gespräch” (ähnlich den vorangegangen Literaturbegegnungen) führen und zu guter Letzt die Prosaarbeit „ich bin in der Anstalt. Fusznoten zu einem nichtgeschriebenen Werk“ vorstellen.

Wer die Büchner-Preisträgerin und ihre Arbeit kennt, der weiß, wie kreativ und vielseitig die Wienerin mit der Sprache umgeht. Doch man sollte auch wissen, dass Frau Mayröcker keinen Mediengesetzen gehorcht und erst recht Live-Auftritte verabscheut. Was die 87-jährige also dazu veranlasst haben könnte, die lange Reise von Wien ausgerechnet nach Münster anzutreten, darüber dürften wohl nur die Verantwortlichen der Städtischen Bühnen in Münster Auskunft geben können. Die “Begegnung” in Münster ist laut ihrem Verlag (Surhrkamp) übrigens (neben einem Auftritt in Bremen im Januar) der einzige Auftritt im Jahr 2011 von Frau Mayröcker außerhalb Wiens geblieben.

Literaturbegegnung Friederike Mayröcker Städt. Bühnen Münster 2011Nach ein paar netten einleitenden Worten von ihrem Freund Kastberger las die “Weltliteratin” (O-Ton Städt. Bühnen Münster) Mayröcker aus ihrem aktuellen Werk vor. Ihre kurzen Bemerkungen machten deutlich, dass derzeit keine andere lebende Prosaistin das Wittgenstein`sche Diktum “Worüber man nicht sprechen könne, darüber müsse man schweigen” derart konsequent auslebt wie Friedericke Mayröcker. Nach etwa 20 Minuten verließ sie das erste Mal die Bühne. Nach einer fünf-minütigen Pause erwiderte sie die gewollt provozierenden Fragen ihres (zugegeben unterhaltsamen) Freundes mit kurzen Antworten und einem gequälten Lächeln. Es folgte eine weitere kurze Lesung (siehe Audiostream) und nach 45 Minuten war der Spuk vorbei. (Damit hatte Friederike Mayröcker die Lesestunde von Herrn Walser im Juni um exakt netto 20 Minuten unterboten). Daraufhin bot sich für die verdutzte Anhängerschaft die Gelegenheit einer “Signierstunde”. Und wer noch kein Buch dabei hatte, der konnte sich im reichlich bestückten “Bücher-Buffet” vor der Tür “bedienen”.

Es ist schade, dass mit derlei grobmotorischem Fingerspitzengefühl und sicherlich großen finanziellen Anreizen deutschsprachige “Doyen” der Literaturszene nach Münster gelockt wurden. Grass, Walser und Mayröcker “dankten” den Verantwortlichen mit groß angekündigten Signierstunden und beschämend kurzen Auftritten. Der nicht nur organisatorische sondern auch der finanzielle Aufwand steht hier in keinem adäquaten Verhältnis zum Gewinn. Über diese Ausgaben hätten sich das Sinfonieorchester oder das Theaterensemble sicherlich sehr gefreut. Bleibt zu hoffen, dass der neue Intendant Peters derlei “Ego-Spielereien” in Zukunft lieber zwei Mal durchkalkuliert. Die sehr kreative (freie) Kulturszene in Münster wird es ihm danken!

Audiostream_Literaturbegegnung_Friederike_Mayroecker

Quo Vadis, SC Preussen Münster?

Marc Fascher, Trainer des SCP

Foto: SC Preussen Münster

Angesprochen auf die gute Frühform ihrer Mannschaft zu Beginn einer Saison reagieren Fußballer, Trainer und Verantwortliche oftmals sehr reserviert bis hin zu verärgert. Fragen wie “Führt der Weg zur Meisterschaft nur über..” oder “Ist die gute Form der Mannschaft nicht beängstigend?” werden nicht selten mit schroffen Kommentaren wie “Ach, ihr von den Medien..” oder “Den wievielten Spieltag haben wir heute?” quittiert. Und mit was? Mit Recht. Vor, während oder nach den ersten fünf Spieltagen einen möglichen Saisonausklang herbeizureden, dürfte wohl nur den unerfahrensten Sportkommentatoren passieren. Im Fernsehen arbeiten diese “KollegInnen” nicht selten für die Sendergruppe RTL und in Münster für die Münstersche Zeitung.

Trainer Marc Fascher vom Aufsteiger SC Preußen Münster reagiert auf solche oder ähnliche Fragen sehr gelassen. Das kann er auch.

Fußballstadion Osnabrück

Osnabrück gegen den SCP. (Foto: C. Gertz)

Der SCP liegt nach dem zehnten Spieltag in der dritten Liga auf dem fünften Tabellenplatz. Eine Überraschung? Nicht für Fascher. “Wenn wir als Mannschaft funktionieren, dann haben wir gegen jeden Gegner eine Chance“, lautet Faschers zentrale These. Ich bin da nicht so euphorisch. Vor allem die Begegnung in Osnabrück hat gezeigt, dass die Mannschaft in Drucksituationen sehr verhalten, ja geradezu ängstlich reagiert. Und die richtig schweren Gegner kommen erst noch. Spielte die Mannschaft zu Beginn der Saison vielleicht weit über ihrem Niveau? Das werden die nächsten Begegnungen zeigen.

Das große Glück der Preußen in dieser Saison 2011/2012 ist, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Bleibt zu hoffen, dass Spitzenkräfte wie Güvenisik, Patrick Kirsch, Clement Halet oder Ornatelli weitestgehend von Karten verschont und gesund bleiben. Dann können sie sich vielleicht wirklich im oberen Drittel der Tabelle behaupten. Und erst dann wird man vielleicht einmal nachfragen dürfen, wohin die Reise am Ende gehen könnte.

 

Wider die Krisen – Highlights der `Nuller`-Jahre

Highlights der Nuller-Jahre

Die Highlights der Nuller Jahre in der Kunst

Was ist Kunst? Nach Johann Wolfgang von Goethe ist sie “eine Vermittlerin des Unaussprechlichen“. Was das bedeutet, dazu hat sich auch Hermann Hesse seine Gedanken gemacht: “Der Künstler stellt innerhalb unserer Gesellschaft den einzigen Menschentypen dar, welcher unbekümmert und unter weitgehender Duldung durch die Gesellschaft sich selber lebt, seiner eigenen Natur treu ist und so ein Gebot erfüllt, das jedem Menschen ins Herz geschrieben ist, dessen Ruf aber für die meisten im trüben Kampf um das Tägliche erstickt.”

Im Kampf ums Tägliche nimmt die Kunst bei den Autoren des Theaterportals Mehrtheater.de aus vielerlei Gründen einen großen Platz ein. Passend zum Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts habe auch ich noch einmal einen Blick zurückgeworfen und mich dabei gefragt: Was ist haften geblieben? Was hat einen besonderen Eindruck hinterlassen? Oder was hat mich vielleicht sogar persönlich verändert? Die Antworten sind so vielfältig und hoffentlich auch so überraschend, wie es Kunst und Kultur in dieser Dekade waren. Hier also nun meine künstlerischen Highlights des vergangenen Jahrzehnts:

Red Hot Chili Peppers, Color-Line-Arena Hamburg (2003)

Nach dem Sensationsalbum „Californication” (1999) war es ruhig geworden um die Funk-Rock Band aus Kalifornien. Die zu Beginn des neuen Jahrtausends auf vier Mitglieder geschrumpften Red Hot Chili Peppers konnten lediglich durch zahlreiche Alkohol- und Drogenexzesse oder publicityträchtige Liebeleien (Anthony Kiedis und Heidi Klum) auf sich aufmerksam machen.

Drei Jahre hat es gedauert, bis Sänger Anthony Kiedis, Bassist Flea Balzary und Leadgittarist John Frusciante ihre Drogenabhängigkeit hinter sich lassen konnten und nach eigenen Aussagen alle – mit Ausnahme des neuen Schlagzeugers Chad – zu Vegetariern wurden sowie Alkohol und Nikotin entsagten.

Nach zahlreichen kleineren Auftritten wurde 2002 das Album „By the Way“ aufgenommen, das sich sehr gut verkaufte. Jetzt wollte es die Band noch einmal wissen. Auf der anschließenden Welttournee machten die grundüberholten Kalifornier auch in Hamburg in der neuen Color-Line-Arena Station. Vor dem Auftritt durfte ich die Musiker für eine überregionale Wirtschaftszeitung interviewen und dann ihr übliches Hitprogramm in der neuen, ausverkauften Veranstaltungshalle bewundern. Anschließend verwandelten die Musiker die High-Tech-Halle in einen Privatclub und improvisierten eine einstündige Krautrocksymphonie – unterstützt von Michael Rother von der Krautrock-Legende „Neu“. Wenig später schrieb ein Kritiker: „Selbst wenn sie nur normales Programm bieten und der Sänger unter schwerer Grippe leidet, wissen sie zu gefallen. Uns lief der Schweiß über die Gänsehaut.“ Dieses Konzert ist und bleibt eines der besten Live-Konzerte meines Lebens.

MoMA, Berlin (2004)

Ein Museum reist über den Teich. Wegen Umbauarbeiten in den eigenen Hallen gastierte eine der berühmtesten Sammlungen der Welt für knapp sieben Monate exklusiv in Berlin. Zwischen Februar und September 2004 wurden 200 der bedeutendsten Meisterwerke des 20. Jahrhunderts aus dem Museum of Modern Art, New York, in der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum gezeigt. Ikonen der Kunst des letzten Jahrhunderts wie „Der Tanz“ von Matisse, Roy Lichtensteins „Ertrinkendes Mädchen“ oder van Goghs „Sternennacht“ wurden erstmals in dieser geschlossenen Form außerhalb Amerikas gezeigt.

Die Ausstellung erreichte bereits nach nur 120 Tagen die für die gesamte Ausstellungsdauer erwarteten 700 000 Besucher. Doch einen ganzen Tag musste jeder Besucher dafür schon einplanen, allein die Wartezeit vor dem Eingang betrug auch an Werktagen bis zu drei Stunden.

„Maria Stuart“, Wolfgang-Borchert Theater Münster (2009)

Das Wolfgang Borchert Theater ist eines der ältesten privaten Theater in Deutschland. 1959 gegründet, konnte das Profil des Theaters mit seinem festen Ensemble zur Spielzeit 2006/2007 durch den Intendantenwechsel (Regisseur und Schauspieler Meinhard Zanger aus Köln) hin zu einer literarisch orientierten Kammerspiel-Bühne geschärft werden.

Natürlich durfte im Schillerjahr 2009 ein Stück des deutschen „National“-Dichters nicht fehlen. Intendant Zanger entschied sich für eines der brillantesten und spannendsten Stücke Friedrich Schillers: „Maria Stuart“. Zanger, der auch die Regie übernahm, akzentuierte in seiner auf sieben Rollen reduzierten Fassung die politischen und juristischen, die öffentlichen und privaten Aspekte des Trauerspiels und trotzt Schillers Gender-Diskurs eine neue Lesart ab. Auf einer drehbaren Bühne fand Zanger in seiner Inszenierung zahlreiche Verweise auf aktuelle politische Ereignisse (Guantanamo) und trieb seine beiden Hauptdarstellerinnen Nora Düding (Maria Stuart) und Stefanie Mühle (Elizabeth I.) zu beeindruckenden Höchstleistungen an.

„Oldboy“ von Park Chan-wook, Südkorea (2003)

Nachdem Regisseur Park Chan-wook dem koreanischen Kino im Jahr 2000 mit seinem Meisterwerk „Joint Security Area“, kurz „JSA“, über Nacht zu Weltruhm verhalf und durch den Erfolg an den Kinokassen rund um den Globus im Alter von nur 37 Jahren seine Rente bereits zusammen hatte, war das nur der Grundstein für eine bis heute beeindruckende Karriere.

Kaum einer der cinephilen Besucher auf einem der vielen, immer populärer werdenden koreanischen Filmfestivals hätte geahnt, dass es nach „JSA“ im Genre des Action-Dramas noch besser ginge. Doch nur drei Jahre später kam dieser Film über einen 15 Jahre in einem Zimmer inhaftierten Kleinkriminellen: „Oldboy“. Die Verfilmung dieser verzwickten Geschichte, die lose auf einem gleichnamigen japanischen Comic basiert, war mit Sicherheit einer der außergewöhnlichsten und extremsten Filme des Kinojahres 2003. Der mittlere Teil von Parks weltweit gefeierter Rache-Trilogie – nach „Sympathy for Mr. Vengeance“ (2002) und vor „Sympathy for Lady Vengeance“ (2005) – besticht vor allem durch starke Kampfszenen, exzellente Schauspielleistungen, eine famose Kameraführung und eine Erzählstruktur, deren Clou es mit vielen Filmen aus Hollywood nicht nur aufnehmen kann, sondern diese sogar wie erste Entwürfe talentierter Filmhochschulabsolventen aussehen lässt. Auch nach mehrmaligem Anschauen verursacht dieser Film bei mir immer wieder Gänsehaut.