Die Alpen und der Massentourismus

Nachdem die Idylle immer mehr zerstört wurde, hab’ ich es als meine Aufgabe gesehen, die visuellen Störzonen zu fotografieren.” Das sagt einer, der sich auskennt. Lois Hechenblaikner, geboren 1958 in Tirol. Der Österreicher beschäftigt sich als Fotokünstler seit Jahren mit der Zerstörung der Alpen durch den Massentourismus und die Vergnügungsindustrie. Zu einem kleinen Teil habe ich dabei mitgeholfen. Peinlich. Ich schäme mich dafür. Aber jeder bekommt eine Chance, aus einem Ist-Zustand einen besseren zu machen. Dieser Bildband wird mir dabei helfen. In seinem Buch zeigt Lois Hechenblaikner, auf welch dramatische Art und Weise sich die Alpen in den letzten zwei Generationen verändert haben, mit der Gegenüberstellung von älteren s/w-Aufnahmen mit aktuelleren Bildern aus der Region. Beeindruckend. Lesetipp!

Playlist zum Frühlingsanfang

Bild (c) Joujou by pixelio.de.

Bild (c) Joujou by pixelio.de.

Der 20. März. Der Tag, als ganz Deutschland am bedeckten Wolkenhimmel die SoFi suchte. Nebenbei wurde übrigens zudem auf der Nordhalbkugel der astronomische Frühling eingeläutet. Zwar ließ der Wettergott mit den passenden Temperaturen noch auf sich warten, aber der Frühling ist nun da. Ich konnte jetzt also auch offiziell wieder öfter (m)eine spezielle Playlist anklicken. Die Playlist auf meinem Player, die ich “Frühling” getauft habe. Playlist mit Namen “Frühling”? Genau. Um einen besseren Überblick zu behalten, sortiere ich meine Songs auf meinem Player nach Stimmungen und Jahreszeiten. Aber dazu hat wohl jeder seine eigenen Kategorien. Hier eine kleine Auswahl meiner Songs, die ich unter der Kategorie “Frühling” abgespeichert habe. Leicht und heiter. Wie der Frühling halt. Weil heute ein ganz besonderer Tag ist:

1. Y´akoto – Without You
2. Damon Albarn – Mr. Tembo
3. Panjabi MC – Chaiyya Chaiyya Bollywood Joint
4. FM Laeti Feat. Fatoumata Diawara – Coco
5. Lily Wood and the Prick – Prayer in C
6. The Whitest Boy Alive – 1517
7. David Holmes – 69 Police
8. The Killers – Mr. Brightside
9. George Ezra – Budapest
10. The National – Fake Empire

Und, habe ich einen Song vergessen? ;-)

Danke, Paps! Danke, Johannes Gertz!

IMG_4777Das Internet vergisst nie. So heißt es. Sämtliche Einträge, die ich gemacht habe (oder in meinem Namen gemacht wurden), Namensnennungen, Auszeichnungen oder Bildveröffentlichungen liegen immer wieder vor. Wenn gewünscht. Von überall. Ich als “digital native” bin damit aufgewachsen. Alles, was im Internet aufgeschrieben, kommentiert oder hochgeladen wurde, es geht nichts verloren. Ein Leben lang. Und darüber hinaus. Erschreckend. Deshalb: “Think before you post!” Vor allem, wenn es sich dabei um Einträge auf Seiten mit grobmaschigen oder nur schwer nachvollziehbaren Datenschutzbestimmungen handelt.

Doch weg von den Zweifeln. Hin zu den Vorteilen. Was ist mit den “anderen”, den “digital immigrants”? Was ist mit denjenigen, die nichts im Internet veröffentlicht oder hinterlassen haben? Was bleibt von Ihnen in der digitalen Zukunft? Ein Fotoalbum? Eine Notiz in der Familienchronik? Oder nur noch die Erwähnung bei einer Erinnerung im Gespräch?

Mein Vater ist heute vor fast genau einem Jahr verstorben. Er war Jahrgang 1934. Der so genannte “weiße Jahrgang“. Zu jung für den Kriegsdienst, zu alt für den späteren Wehrdienst. Keine Einträge in Registern oder Klassenbüchern im späteren Nachkriegsdeutschland. Wäre mein Vater kein Gründer gewesen, also kein Selbständiger sondern Angestellter, blieben bis heute oder morgen von ihm wohl “nur” die Familienphotos, die Erinnerungen oder die Inschrift auf dem Grabstein. Und selbst das wollte er nicht. Eine Generation, die man bald vergessen hat? Um an Personen ohne digitales Leben zu erinnern, gibt es diverse Angebote im Netz, Doolia aus Hannover ist so eines. “Ihre Plattform für liebevolles Erinnern”.

Ich will ein Jahr nach seinem Tod auf diesem Wege an ihn erinnern, an den Firmengründer, den Familienvater, den Geschichtenerzähler und den Abenteurer, den Pfeifenraucher, Segler und Hundenarren. Mein Vater hat unzähligen Menschen geholfen. Sein Leben war alles andere als gradlinig. Aber es ist und wird immer mehr sein als ein Namenseintrag auf einer Plattform für “liebevolles Erinnern”. Du fehlst mir, Paps! Auf diesem Wege bleibst Du zumindest in meinem digitalen Leben an meiner Seite. Danke Dir für Alles!

Das war´s, eBay!

ebay-logo-02Das US-amerikanische Internetauktionshaus dürfte den meisten bekannt sein. Hinter eBay verbirgt sich das kalifornische Unternehmen eBay inc., gegründet im September 1995. Der Umsatz von eBay betrug im Jahr 2014 4,34 Milliarden US-Dollar, Gewinn vor Steuern 653 Millionen US-Dollar. Tendenz steigend. Auch mein Geld ist in diesen über 4 Milliarden US-Dollar enthalten. Denn auch ich habe die Dienstleistungen des Internetauktionshauses und auch dessen Transaktionspartners paypal in Anspruch genommen. Bis heute.

Es ist aber auch zu verlockend: Durch die weltweite Bekanntheit von eBay und die kinderleichte Handhabung beim Kauf und Verkauf von Produkten bzw. bei der Er- und der Versteigerung von Waren wie beispielsweise Kindermöbel, Kleidung oder Hifi-Elektronik konnte man(n) stets davon ausgehen, dass der erzielte Preis bei einer erfolgreichen Er- oder Versteigerung zumindest zur vollen Zufriedenheit ausfiel. Voraussetzung: man(n) hatte sich einigermaßen “marktkonform” verhalten, das heißt, seine Produkte beim Verkauf / bei der Versteigerung ausreichend präsentiert, sprich beschrieben, mit guten Photos und zu attraktiven Zeiten (bei einer Versteigerung) online gestellt. Beim Kauf oder der Ersteigerung eines Produktes profitiert der Käufer von den mittlerweile unzähligen gewerblichen Anbietern auf der Auktionsplattform sowie durchaus auch von den Fehlern, die unerfahrene private Verkäufer/Anbieter (falsche Zeiten bei Auktionsende, unvollständige Beschreibungen des Produktes etc.) machen.

statistic_e-commerce-umsatz-in-deutschland-bis-2014So weit, so praktikabel. Sichtwechsel. Der E-Commerce, sprich der Kauf und Verkauf von Waren und Produkten über das Internet, boomt. Auch in Deutschland. Ein Ende dieser Entwicklung? Nicht abzusehen. Internetauktionshäuser wie eBay profitieren davon. Immer mehr Haushalte sind vernetzt, immer mehr “digital immigrants” (Internet-Anwender ab Jahrgang 1982 und älter) verkaufen ihren Dachbodenfund, das alte Fahrrad oder die Filmkamera übers Internet. Für eBay ein tolles Geschäft. Denn das Einstellen und den Vertrieb regelt der Verkäufer am PC.

Doch wo so viel Geld umgesetzt wird, gibt es meistens auch Trittbrettfahrer. Profiteure, die gerne ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Wenn es schon nicht mit dem selbst erarbeiteten Know-How oder im eigenen beruflichen Fahrwasser funktioniert. Kriminelle oder Rechtsanwaltskanzleien beispielsweise. Das Jahr 2014 war für diese Klientel ein Schlüsseljahr. So hat beispielsweise der BGH in Karlsruhe in einem Urteil entschieden, dass bereits mit dem ersten Mausklick auf einen zu ersteigernden Artikel dieser Artikel als “verkauft” gilt. Im Sinne des Käufers. Fehlerhafte Angaben im Text, zu niedrige Startpreise, falsche Zeitangaben, verloren oder kaputt gegangene Artikel? Pech gehabt. Eingegeben ist eingegeben.

“Firmen” wie Defe-Trade von Dennis Bertram oder Rechtsanwaltskanzleien wie Hoffmeyer in Hannover sind Profiteure dieser kleinen Fehler, Missgeschicke, die immer mal wieder passieren können. Ich kann ein Lied davon singen. Bei Rücknahmen von Angeboten durch fehlerhafte Angaben und/oder defekte Ware hagelt es Abmahnungen. Beispiele oder ähnliche Fälle gibt es reichlich. Und die Abmahner bekommen ihr Recht. Mit Recht? Nach einem “verschollenen” Smartphone, verloren gegangen auf dem (DHL-)Versandweg, sowie einem zerstörten Produkt, auf das schon geboten wurde, und das ich zurückziehen musste, bekam ich eine Abmahnung.

Kein Einzelfall. Somit hat für mich die Internetauktionsplattform eBay als verantwortlicher Dienstleister mein Vertrauen verloren. Bei eBay gibt es für derlei Fälle nur wenig Schutz. Und die nächste Abmahnung bei zurückgezogenen Angeboten (durch Zerstörung oder eine fehlerhafte Eingabe) wartet schon. Viele Rechtsanwaltskanzleien freuen sich auf deinen nächsten Fehler. Und die Schwelle wird immer niedriger. Das war´s für mich, eBay! Auch bei deinen Kleinanzeigen übrigens!

Ägypten im Dezember

IMG_5997Am Ende eines Jahres das Weite suchen? Wenn der Bekannten-, Kollegen-, Freundes- und/oder Familienkreis in die Jahresend-Planung geht? Sprich, die Festtage vorbereitet, sich abends auf einen Glühwein trifft und/oder sich auf die kommenden Weihnachts-feierlichkeiten freut? Undenkbar.  Eigentlich. Aber wer oder was ist schon “eigentlich”? Ich habe es dennoch getan. Und war weg. Fünfzehn Tage lang. Nach diversen privaten Veränderungen brauchte ich eine Auszeit. Eine dringend verordnete Auszeit. Als Wassersportler sollte es ans Meer gehen, natürlich mit Sonnengarantie. Zu humanen Preisen. Thailand, Kanaren, Südafrika? Zu teuer. Zu weit weg. Die Lösung? Ägypten. Rotes Meer. An dieser Stelle (m)ein kleiner Erlebnisbericht.

Flug ab Düsseldorf mit Condor nach Hurghada. Gebucht über cheaptickets.de (in Holländischer Hand). So viel zu meinen Entscheidungen. Wer zwei bis vier Tage vor und nach seinem Wunschzeitraum flexibel (bei Hin- und Rückflugtermin) ist, der kann eine ganze Menge Geld sparen. Denn wer nicht unbedingt von Samstag bis Samstag reisen muss/möchte/will, für den sind Ersparnisse allein beim Flug bis zu 30 Prozent drin. Und wer zudem entspannt(er) reisen will, der investiert ein paar Euro mehr und reserviert einen Sitzplatz. Es lohnt sich!

Auch eine Ankunftszeit VOR Sonnenuntergang ist immer sinnvoll, denn in 4.000 Kilometer Entfernung ist man(n) auch froh, wenn der Tag im Dezember irgendwann schnell vorbei ist. Stichwort: Nebensaison. (P.S.: In Ägypten ist es im Dezember um 17 Uhr dunkel.) Nach zahlreichen, gut organisierten Reisen vor und während meines Studiums (u.a. Australien, Brasilien, USA) empfing mich der Nahe Osten sprichwörtlich wie die Jungfrau das Kind: unbefleckt. Ich hatte zuvor weder in Reiseführern gewälzt noch Freunde oder Bekannte befragt (wer befragt schon in der Vorweihnachtszeit seine Freunde: “Du, ich fliege nächste Woche nach Ägypten, kannst Du…”). Lediglich ein paar Foreneinträge auf Surf-Seiten gaben mir die wichtigsten Dinge mit auf den Weg:

Punkt 1: Reisepass und Visum. Eine Reise in den Nahen Osten ohne Reisepass ist nicht möglich. Und die Beantragung eines Reisepasses in deutschen Einwohnermeldeämtern dauert. Also, am besten mindestens drei Wochen vor Reiseantritt einen Reisepass besorgen! Mitzubringen sind der alte Pass bzw. der Personalausweis und ein Biometrie-geeignetes Passbild. Die Kosten für einen neuen Pass liegen je nach Alter bei 37,50 Euro (bis 24 Jahre) oder 59,00 Euro. Ein Reisepass im Expressverfahren (mind. drei Tage) kostet zusätzlich zu den 59 Euro noch einmal 32 Euro. Vor Ort in Ägypten wird ein Visum benötigt, Kostenpunkt 25 Euro, das in den Reisepass eingeklebt wird. Ein Service, den gerne zahlreiche Ägypter vor Ort erledigen. Wer allerdings den Stress am Ankunftsflughafen vermeiden will, der bestellt sein Visum beim Reiseveranstalter oder bei der Hotelreservierung im Vorfeld.

IMG_20141207_085339Punkt 2: Temperaturunterschied. Wer im Dezember aus Deutschland in die Sonne fliegt, der trägt bei Abflug (hoffentlich) MEHR als ein Strand-Outfit. Und wer im Dezember nach Ägypten fliegt, der trägt vor Ort (hoffentlich) WENIGER als einen Ski-Overall. In Ägypten liegen die Durchschnittstemperaturen im Dezember tagsüber zwischen 20 bis 24 Grad. In Deutschland liegen sie bekanntlich deutlich darunter. Hier empfiehlt sich der bekannte “Zwiebel-Look”, sprich mehrere Schichten, denen man sich nach und nach entledigen kann. Aus diesem Grund ist ein wenig “Extra-Platz” im Handgepäck sehr sinnvoll.

Punkt 3: Fliegen, Mücken, Insekten. Wohl nur versierte Flugmeilensammler, Tropen-Experten und/oder Hochleistungssportler haben kein Problem damit, wenn innerhalb von fünf (Flug)Stunden die Außentemperatur um mehr als 20 Grad steigt. Ich gehöre zu keiner dieser Gruppen. Sprich, ich hatte ein Problem mit den gestiegenen Außentemperaturen. Meist ist Schwitzen die Folge, worüber sich die lokalen Fliegen, Mücken und Insekten sehr freuen. Eine Freude, die Apotheker vor Ort teilen. Denn zuhauf werden für (horrende) kleine Beträge bekannte Salben und/oder Insektensprays zum Verkauf an gebeutelte Europäer angeboten. Ergo, ein Insektenspray sowie eine Insektensalbe ist (im Vorfeld) eine gute Investition.

Punkt 4: Geld tauschen. Nein, die ägyptische Währung lautet nicht Euro. In Ägypten zahlt man mit dem ägyptischen Pfund. Im Dezember 2014 lag der Wechselkurs etwa bei 1:9. Also 9 ägyptische Pfund bekam man für einen Euro. Der Umtausch vor Ort ist kein Problem. In fast jedem größeren Hotel am Roten Meer steht ein Geldautomat, der nach Eingabe einer EC-Cash, Master- oder Visa-Card, Liquidität vorausgesetzt, Bargeld ausspuckt. Auch nette Geschäftsleute vor Ort tauschen gerne die mitgebrachten Euro in ägyptische Pfundnoten. Und gut beraten sind die, die den genauen Wechselkurs kennen, im besten Fall schriftlich vorlegen können.

Punkt 5: Handeln. Eine genaue Preis-Etikettierung nach europäischen Maßstäben wird der Einzelhandel-erprobte Reisefreund vor Ort nicht vorfinden. Auch in entlegenen Supermärkten, Apotheken oder Souvenir-Shops sucht man die Preisangaben in den meisten Fällen ohne Erfolg. Wer also meint, dass beispielsweise 200 Pfund für Zahnpasta oder ein einfaches Halstuch zu viel sind, der darf durchaus sein Unverständnis darüber ausdrücken und einen anderen Preis nennen. Auch beim Taxifahrer, Zeitungsverkäufer, Tagestouren-Anbieter, … Denn der Handel gehört zum Alttag im Nahen Osten.

IMG_5990_2Punkt 6: Pizza-Hawaii. So blöd das jetzt klingt, aber wer in Ägypten eine Pizza-Hawaii bestellt, der darf sich zumindest in den Unter-Fünf-Sterne-Hotels nicht wundern, wenn auf der Pizza “nur” Tomatensauce und Ananas liegen. Ich habe es selbst erlebt: Ein gut situiertes älteres Ehepaar aus Moskau (eine Nationalität, die man nach Aussagen der Hotelbediensteten sehr oft antrifft am Roten Meer im Dezember) beschwerte sich über den fehlenden Schinken auf ihrer Pizza. Was sie anscheinend nicht wussten: Etwa 90 Prozent der Einwohner Ägyptens bekennen sich zum sunnitischen Islam. Das islamische Recht, die Scharia, ist seit 1980 die Hauptquelle der Gesetzgebung. Und Schweinefleisch ist streng verboten! Fleischverzicht: Ideal also (nicht nur) für diejenigen Urlauber, die dringend mal wieder ein paar fleischlose Tage verbringen woll(t)en.

Soweit zu den Tipps vor und nach (m)einer Reise ans Rote Meer. Nicht weiter eingehen möchte ich auf die atemberaubenden Sandwüsten, so weit das Auge reicht, auf die Jahrtausend alten Pyramiden, auf die stets offene, hilfsbereite und zuvorkommende Bevölkerung, auch wenn man nicht mit den Euro-Noten wedelt, auf die glasklaren, knietiefen Küstenstreifen, auf die unzähligen Tauch- und sonstigen Wassersport-Möglichkeiten und nicht zuletzt auf das hervorragend verlässliche und stabile Wetter in Ägypten. Ein Gentleman genießt und schweigt – zu einem wunderbaren Land, das sich jüngst von einem Diktator befreit und eine Revolution erfolgreich organisiert und hinter sich gebracht hat. Ein Land, das nicht nur im Dezember jede Reise wert ist.