Gebet zur Taufe

Taube mit Wasser Bild zur TaufeAus gegebenem Anlass:

Ein Kind ist uns geboren

Ein Kind ist uns geboren,
lebendig und geliebt,
die Welt ist nicht verloren,
solang es Kinder gibt.

Und wir sehen dich an,
wie du schläfst, wie du wachst,
und wir lächeln dir zu,
ob du weinst oder lachst.

Und wir danken für dich,
und wir bitten den Herrn,
ach, beschütz unser Kind,
denn wir haben es gern.

Und wir wünschen so sehr,
dass du wächst und gedeihst,
bis du selber erkennst,
wer du bist, wie du heißt.

Ein Kind ist uns geboren,
lebendig und geliebt,
die Welt ist nicht verloren,
solang es Kinder gibt.

(Lothar Zenetti)

Wir müssen zu Facebook!

FB LogoFacebook ist das führende Soziale Netzwerk in 127 von 137 Staaten. Facebook hat aktuell 1 Milliarde aktive Nutzer weltweit. 58 Prozent davon loggen sich täglich bei Facebook ein. 600 Millionen nutzen Facebook auch mobil. Allein in Deutschland hat Facebook 25 Millionen angemeldete User. 83 Prozent der 14- bis 34-jährigen sind jeden Tag auf Facebook aktiv. Das sind die Zahlen. Täglich werden Inhalte in den Sozialen Netzwerken von Nutzern selbst erzeugt. Somit werden Kaufentscheidungen und Imagewerte von Unternehmen in zunehmendem Maße von Konsumenten beeinflusst. Das ist die Realität. Für viele Firmen hat der Auftritt bei Facebook einen ökonomischen Mehrwert (für die europäische Wirtschaft beträgt der Mehrwert 15,3 Milliarden Euro) NICHT mitreden können, das wollen die meisten vermeiden und melden sich bei Facebook an. Verständlich, dass viele Geschäftsführer/innen, PR- und Marketingvorstände derzeit laut schreien: Wir müssen zu Facebook!

Doch was passiert, wenn ein Konto oder eine Fanseite bei Facebook das erste und vielleicht einzige Social Media Marketing Instrument bleibt? Wie gehe ich damit um, wenn meine Kunden in den direkten Dialog mit meinem Unternehmen / meiner Agentur / meinem Geschäft treten – über die Sozialen Netzwerke? Nicht nur Dell, HP, die Deutsche Bahn, Vodafone, die Telekom oder die Münstersche Zeitung haben die bittere Erfahrung machen müssen, dass ein Schnellschuss, wie zum Beispiel die Weiterleitung von Pressemitteilungen und/oder rss-Nachrichten aus der PR- oder Marketing-Abteilung, der absolut falsche Weg ist, um mit einem Auftritt bei Facebook das Feld des Social Media Marketings “zu beackern”. Den meisten ist nicht klar, dass es einer Strategie und somit einer längeren Planung bedarf, um über den Weg der Social Media mit den Kunden zu kommunizieren. Die Basis von Social Media Aktivitäten ist die Kommunikation. Und Social Media ist kein “Allheilmittel”. Social Media basiert auf drei Säulen: Social Media Culture – Social Media Relations – Social Media Marketing. Was damit gemeint ist und wie eine Strategie aussehen kann, das erkläre ich Ihnen gerne in einem meiner Seminare (siehe Kalender rechts) – oder auch vor Ort. Damit der Schnellschuss nicht zum Marketing-Desaster wird.

Leben ohne Fernseher (2) – Die zweite Woche

TV-Bank durchgestrichen zum Thema TV-VerzichtWir halten durch! Die Leerstellen werden gefüllt. Während rundherum in den benachbarten und gegenüberliegenden Häusern und Wohnungen pünktlich gegen 19 Uhr der Fernseher eingeschaltet wird, bekommt unser Sohn seinen Brei. Ohne Zeitdruck. Ohne Hektik, die Kochsendung, den 20:15-Uhr-Krimi oder die Lieblingsserie zu verpassen. Ein gutes Gefühl. Die spürbare Gelassenheit scheint sich auf unseren Sohn zu übertragen, die “Zu-Bett-geh-Zeremonie” dauert seit einigen Tagen nur noch wenige Minuten. Nach dem Abendessen ist die Abendplanung jetzt noch abwechslungsreicher geworden. So hatte ich zum Beispiel Zeit, nach Literatur rund um das Themenspektrum “Fernsehverweigerung” zu suchen. Ein Buch, oder vielmehr nur eine Studie habe ich dazu gefunden: Peter Sickings “Eine qualitative Nichtfernsehstudie – Leben ohne Fernsehen“. Der Autor entwickelt darin eine datengestützte Typologie, die einen differenzierten Blick auf die Nichtfernseher erlaubt. Mit anderen Worten, er hat sich mit Fernsehverweigerern unterhalten und die verschiedenen Personen in Gruppen eingeteilt. Dass ich darin als “Antipode der Fernsehgesellschaft” bezeichnet werde, hat mir dennoch ein bisschen Angst gemacht.

Wen es interessiert, weitere gute Bücher zum Thema sollen angeblich “Vorsicht Bildschirm” von Manfred Spitzer und “Wir amüsieren uns zu Tode” von Neil Postman sein. Das will ich an dieser Stelle noch erwähnt haben. Erwähnen sollte ich auch, dass unsere Abende kürzer geworden sind – ohne Fernseher. Man muss sich halt erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Mit der neuen Gelassenheit, dass nichts mehr verpasst werden kann, weil schlichtweg die Möglichkeit, Informationen/Unterhaltung auf diesem zu konsumieren, nicht mehr vorhanden ist, bekommen andere, vernachlässigte Tätigkeitsfelder eine neue Gewichtung: Das Pflegen von Freundschaften, die intensivere Recherche in der Fachliteratur, die Lektüre von Tageszeitung und Zeitschriften. Vor allem das “Mehr” an Schlaf, mehr Gelassenheit, mehr Unbekümmertheit sind schöne Erfahrungen, die wir zur Zeit machen. Rückblickend wird deutlich, wie sehr der schnelle Griff zur Fernbedienung zur Zeitverschwendung wurde.

Safer Internet Day 2013

Logo Safer Internet Day 2013Das Internet und seine digitalen Netze sind längst essentiell. Egal ob in der Industrie, bei Behörden, für Journalisten, Berater oder für Privatpersonen, ohne “Online” geht meistens nichts. Doch das Internet ist wie ein öffentlicher Platz. Man kann sich dieses “World Wide Web” durchaus wie einen großen Marktplatz oder eine riesige Einkaufshalle vorstellen. Genau deshalb ist das Netz zu einer kritischen Infrastruktur geworden, die zwar nicht ohne Risiken aber für die moderne Zivilisation mittlerweile auch fast so wichtig ist, wie die Versorgung mit Strom und Wasser. Also, sichern Sie ihre Daten, lassen Sie nichts online liegen! Veröffentlichen Sie keine Passwörter, ihre Steuererklärung oder sonstigen privaten Dinge. Im Internet findet sich alles (wieder). Lebenslänglich. Und darüber hinaus. Eine schöne Ansprache zum heutigen Safer Internet Day hat die EU-Kommissarin für Digitale Agenda, Neelie Kroes, online gestellt. In Ihrer Video-Botschaft zum Safer Internet Day 2013 stellt sie noch einmal den großen Stellenwert einer verantwortungsvollen Internetnutzung heraus. Falls gewünscht, gebe ich gerne Tipps für den sicheren Umgang mit privaten Daten, auch und besonders in den Sozialen Netzwerken. Besuchen Sie einfach einen meiner Kurse (siehe Kalender rechts!) oder vereinbaren Sie einen Termin.

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Leben ohne Fernseher (1) – Die erste Woche

TV-Bank durchgestrichen zum Thema TV-VerzichtWar es eine blöde Idee? Verzicht tut weh. Das weiß jeder. Mit diesen Worten lässt sich vielleicht die Erfahrung aus der ersten Woche ohne Fernseher zusammenfassen. OK, ich habe jetzt mehr Zeit. Ich recherchiere. “Ein bewusster Verzicht auf mancherlei Dinge und Gewohnheiten schmälert nicht das Lebensglück, es schafft im Gegenteil neue Freiräume und Kreativität, was am Ende befriedigender ist als die Hetze im Hamsterrad der Immer-mehr-Ideologie” ist in einem Ratgeber zum Thema “Verzicht üben” zu lesen. Wie gut, dass in diesem Ratgeber “was am Ende befriedigender ist” steht. Denn, bleiben wir ehrlich, jeder Verzicht tut erst einmal richtig weh. Das Vakuum, das zunächst entsteht, ist wie eine Wunde. Eine Wunde, die bei uns im Hause Gertz, wenn es um den Fernsehkonsum geht, zwar nicht allzu tief ist. Der Fernseher lief bei uns maximal 10 Stunden in der Woche (zum Vergleich: der Fernsehkonsum in D beträgt im Schnitt 223 Minuten – pro Tag!) Aber der geliebte Tatort am Sonntagabend (inklusive der Diskussion im Netz auf dem 2. Screen, Stichwort “Social Screening”) oder meine geliebte Kultursendung wurden damit in das Reich der Wünsche verabschiedet. Jetzt blicke ich auf eine weiße Schrankwand. Oder gehe am Abend mal wieder in´s Theater. Was hat die Menschheit nur den ganzen Abend gemacht, als es jahrelang nur drei Programme gab und auf allen dreien nichts Vernünftiges lief? Es können doch nicht alle Menschen auf eine Schrankwand geblickt haben oder ins Theater gegangen sein?

Wer jetzt denkt, “wie un-kreativ ist DAS denn” (Theater, Schrankwand), den würde ich gerne einmal überraschen, am ersten Abend wenn er/sie auf eine langjährige Gewohnheit verzichtet. Für den zweiten Abend beschließe ich (mein Frau ist bei den Eltern; nicht wegen ihres großen Fernsehers) die Wunde nicht zu sehr bluten zu lassen und fülle das entstandene Vakuum mit der Aufzeichnung des “Tatorts” aus der Online-Mediathek. Anschließend gibt es noch die Kultursendung hinterher. Auf meinem Laptop. In der Größe 800×600 Pixel. Nein, das kann es nicht sein. Der Übergang soll doch bitte nicht zu sehr schmerzen. Noch am selben Abend werden sämtliche Kultursendungen und die Lieblingsserie meiner Frau bei einer Online-Videothek angekreuzt, sprich zur Aufnahme vorbereitet. Der Schmerz wird gelindert. Am dritten Abend ist meine Frau zurück, wir genießen die lange Unterhaltung nachdem unser Sohn im Bett ist. Am vierten Abend stöbern wir noch länger als sonst in der Wochenzeitung, am fünften Abend reservieren wir einen Tisch bei unserem Lieblingsitaliener.

Tagsüber muss ich über die Diskussionen rund um das Thema “Qualität im deutschen Fernsehen” schmunzeln. Wie beispielsweise über den Shitstorm zur geplanten RTL2-Serie “Who wants to fuck my girlfriend” oder über den New York Times Artikel zur deutschen Fernsehshow “Wetten dass…?”. Das alles tangiert mich/uns nun nicht mehr. Dennoch schmerzt die Wunde immer noch. Aber von Tag zu Tag ein bisschen weniger. To be continued…