Zum Stand der E-Mobilität in Deutschland

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Renault Kangoo Z.E.Vor dreieinhalb Jahren hatte ich auf diesem Blog meine Fazination für das Thema „E-Mobiliät“ zum Ausdruck gebracht und über meine Erfahrungen mit dem Elektroauto Kangoo Z.E. von Renault berichtet. Der letzte Satz des Eintrages lautete damals: „Wann kommen endlich die Kaufanreize für Elektroautos?“ Die Reaktor-Katastrophe von Fukushima war zum Zeitpunkt meines Eintrages gut ein Jahr alt. Aber immer noch aktuell. Große Ankündigungen folgten. Atomausstieg. Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Energiewende. Doch was ist bislang passiert? So gut wie nichts. Die Energiewende will nicht so richtig in Gang kommen. Die Ankündigungen unserer Kanzlerin Angela Merkel, dass bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf deutschen Straßen rollen sollen, scheint zum heutigen Zeitpunkt unerreichbar. Wie so viele Vorhaben, die einst vollmundig angekündigt worden sind.

Politik und Wirtschaft schieben sich den schwarzen Peter zu. Auf dem Treffen der G7-Staaten Anfang Juni wurde zwar die völlständige Abkehr von Öl, Kohle und Gas bis Mitte des Jahrhunderts vereinbart. Aber die Förderung von alternativen Antrieben scheitert in Deutschland bislang an der erfolgreichen Ausbrems-Arbeit der Autoindustrie-Lobbyisten. Und die Zahlen sind ernüchternd. In den vergangenen acht Jahren sank der reale CO2-Ausstoß von PKW in Deutschland lediglich um nur 1,6 Prozent. Derzeit sind in Deutschland gerade einmal 25.000 Elektroautos zugelassen.

Infografik: Otto-Motor in Deutschland auf dem Rückzug | Statista
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Und wie reagiert die Wirtschaft? Mit Lockangeboten. Um die Attraktivität eines Umstiegs auf die E-Mobilität zu erhöhen, bietet beispielsweise Renault seit April jedem Kunden die Möglichkeit, die E-Modelle des Herstellers zwei Tage kostenlos zu testen. Bedingung: 200 Kilometer sind frei, jeder weitere kostet 30 Cent, Anmeldungen unter Tel.: 0800/0304050 oder online auf renault.de. Nach über drei Jahren Probefahren eines Verlags-eigenen Kangoo Z.E. ist für mich längst klar, dass die Zeit der Verbrenner längst vorbei ist. Nicht nur weil vielfach schlichtweg übersehen wird, dass Verbrauchs- und Verschleißteile auf ein Minimum reduziert werden. Sondern auch der Alterungsprozess eines E-Autos ganz anders aussieht als bei einem Auto mit Otto-Motor.

Firmen wie Apple und Google verschwenden deshalb längst keine Gedanken mehr an Autos mit Verbrennungsmotoren. Die ersten selbstfahrenden E-Mobile drehen bereits ihre ersten Runden im öffentlichen Straßenverkehr. Wer mal einige Runden in einem E-Auto gedreht hat, möchte diese Art der Vortriebs nicht mehr missen. Siehe meine Erfahrungen vor gut drei Jahren. Es wird Zeit, dass unsere Kanzlerin jetzt die richtigen Weichen stellt. Ob da eine steuerliche Förderung von Dienstwagen (60%-Anteil bei den Neuzulassungen in D) mit E-Antrieb von drei Milliarden Euro ausreicht? In drei Jahren werde ich das Thema noch einmal behandeln. Denn dann sind es nur noch zwei Jahre bis zu den angekündigten Zielen von 1 Mio. Elektroautos in Deutschland. Auch eine Kanzlerin muss sich an ihren Versprechen messen lassen.

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