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DJV-NRW Verbandstreffen

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Münster / Recklinghausen – Ein Verbandstreffen? 70 Kilometer entfernt? Alte Verbandsveteranen streiten mit KollegInnen, schimpfen auf die Verleger und kloppen sich ums letzte Schnittchen am Buffet? Nicht mit mir! Viele Jahre habe ich mir dieses Szenario genauso vorgestellt und bestenfalls durch Abwesenheit geglänzt. Doch der Verband hat sich sichtlich bemüht. Eine einfache Anmeldung, ein persönlicher Brief, ein neuer, frischer Wind.

Kein Wunder bei den hohen Beiträgen, werden jetzt vielleicht viele denken. Falsch gedacht! Wer das Verbandstreffen in Recklinghausen verpasst hat, der hat sich um viele neue Ideen für die Zukunft seines Jobs gebracht. Und die Zukunft (auch für uns Freie Journalisten) sieht nunmal alles andere als rosig aus. Alles andere als rosig war zugegeben anfangs auch die Stimmung in Recklinghausen. Regelrecht mies. Trübe Aussichten. Besorgte Mienen in allen Reihen. Ein Bild, dass eine Blaupause für viele Verbandstreffen dieser Tage sein könnte. Die Kollegen klagen über zu viele Presseagentur-Texte, selbst vor der Kulturkritik schreckt diese Heuschrecke nicht zurück. Verzogene Verleger-Söhne streichen, wo sie streichen können, immer das schwarz eingefärbte Euro-Zeichen vor Augen. Hier werden schlecht entwickelte und Ressourcen-fressende Online-Portale oder alberne Stadtmagazine mit abenteuerlichen Summen subventioniert. Teure Konzepte, die nicht aufgehen und mit zahlreichen Jobs von freien oder festen Kollegen bezahlt werden.

Ich hoffe, dass die heute wenigen LeserInnen einer Tageszeitung nicht so blauäugig (bzw blaupausig) sind, dies nicht zu merken. Am Beispiel Münster (70.000 Studierende, Tageszeitung MZ verliert 5000 Abo-Kunden in den letzten 2 Jahren) zeigt sich, dass Stellenabbau kontraproduktiv ist und Alternativ-Konzepte durchaus Chancen auf Erfolg haben. Ja, mit gut durchdachten und attraktiven Online-Modellen kann man Geld verdienen (rentable Beispiele: Spiegel.de, Filmstarts.de, Sport1.de etc)

Ich glaube auch, dass sich bezahlter Content durchsetzen wird. Nur wird dieser Content in Zukunft nicht auf Papier, sondern auf dem Tablet-PC (siehe Apple), Smartphone oder sonstigen Entwicklungen zu finden sein. Kultur-Journalisten sollten schnellstmöglich Modelle für diese neue Umgebung entwickeln. Qualifizierten Content. Die Zahlen zeigen es doch deutlich (keine Tageszeitung in D kann steigende oder nahezu konstante Abo-Zahlen aufweisen). Die Entwicklung eines IPhone-Apps kostet heute übrigens ab 15.000 Euro, Tendenz stark fallend. Nicht nur eine Chance, sondern eine Lösung. Und davon gab es reichlich auf dem DJV-Verbandstreffen in Recklinghausen. Schade für den, der die spannenden Diskussionen verpasst hat.

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