Deutscher Katastrophenschutz

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Hamburg – Die Anfälligkeit deutscher Energieversorger gegen Wetterkatastrophen ist den Behörden nicht erst seit dem Stromchaos nach Schneefällen im Münsterland bekannt. Wie Recherchen des Magazins GEO zeigen, wurden bereits bei der Katastrophenübung „Lükex“ im November 2004 gravierende Schwächen in der Stromversorgung deutlich. In Süddeutschland wäre es den Planspielen zufolge nach einem Wintersturm zu tagelangen Netzausfällen gekommen.
Experten kritisieren im GEO-Bericht erhebliche Mängel im Umgang mit den Desaster-Szenarien. „Der Katastrophenschutz in Deutschland ist eine Katastrophe“ wird Wolf Dombrowsky, Leiter der Katastrophenforschungsstelle an der Universität Kiel zitiert. „Es gibt einen Wirrwar an Zuständigkeiten, wenig Kooperation und keine Koordination.“

Auf ein katastrophales Großereignis wäre Deutschland demnach unzureichnd vorbereitet. Bei einem Desaster in der Größenordnung des Hurrikans Katrina, der im September 2005 die US-Stadt New Orleans verwüstete, „hätte Deutschland noch viel schlechter ausgesehen“, so Dombrowsky. Dabei steigt die Bedrohung durch Wetterkatastrophen seit Jahren kontinuierlich an, wie Studien der Münchener Rückversicherung zeigen.
Das Magazin GEO (Heft Januar 2006) widmet sich dem Thema Katastrophenschutz zum Jahrestag des Tsunamis im Indischen Ozean, der am 26. Dezember 2004 mehr als 180.000 Menschen tötete. Neben dem Report zum Zivilschutz veröffentlicht das Heft Augenzeugenberichte von GEO-Reporterteams, die unmittelbar nach dem Tsunami in Indien, Sri Lanka, Thailand und Indonesien vor Ort gewesen waren und nun Betroffene Monate nach dem Desaster noch einmal besucht haben.
GEO „Warum glaubt der Mensch“ umfasst 180 Seiten, kostet 6,- Euro und erscheint am 19. Dezember.

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