Warum wir vor allem in diesem Jahr auf das Silvester-Feuerwerk verzichten sollten

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Bild (c) Rike pixelio.de.
Bild (c) Rike pixelio.de.
Ich bin kein Fan von Silvester-Feuerwerk. War ich nie. In früheren Tagen waren wir oft verreist, in jüngeren hatte ich mit Freunden im kleinen Kreis gefeiert – ohne großes Feuerwerk. Warum allein in Deutschland mehr als 100 Millionen Euro in nur drei Tagen für Raketen, Knaller un Böller ausgegeben werden, habe ich nie verstanden. Aber es scheint sehr vielen Zeremonienmeistern immer wieder zu gefallen, das eigene, ganz private Inferno auf der Straße oder auf dem eigenen Grundstück zu entfachen. Wenn es denn in wenigen Tagen wieder einmal so weit ist, möchte ich diejenigen, die in Stadtnähe oder in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft wohnen, bitten, in diesem Jahr etwas Rücksicht zu nehmen. Und zwar auf die schwächsten Glieder innerhalb der Kette – auf die Kinder. Und nicht nur auf die eigenen.

Im Hochsommer diesen Jahres bekam ich ein großes Geschenk: Ich hatte mich in Düsseldorf dem Deutschen Roten Kreuz als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer angeschlossen und durfte auf dem Flughafen-Gelände ankommende Flüchtlinge betreuen. Wer mal in die erschöpften Augen der Allerkleinsten oder auf ihre Kleidung geblickt hat, der konnte nur erahnen, welche Strapazen hinter ihnen lagen. Bei den zahlreichen Reportern und Kamerateams in den ersten Tagen wurden die Kinder von ihren Vätern beschützt, weil die Lichter und Blitzlichte der Kameras die Allerkleinsten verschreckt hatten.

Silvester_Spruch_MemeWas passiert nun, wenn diese Kinder am 31.12. von Böllern und Feuerwerk geweckt werden? Allein in der Landeshauptstadt Düsseldorf sind zum Stichtag 30.11. rund 6500 Flüchtlinge untergebracht. Darunter sehr viele kleine Kinder, die mit ihren Müttern und Vätern aus Kriegsgebieten geflohen sind. Nicht nur weil ich selbst Vater bin kann ich erahnen, wie diese Familien und vor allem ihre Kinder gelitten haben müssen. Auch aus diesem Grund werde ich auch in diesem Jahr auf ein Silverster-Feuerwerk verzichten. Und ich möchte meine Freunde, KollegInnen, und LeserInnen dieses Blogs bitten, es mir gleich zu tun. Wie wäre es mit einem etwas ruhigeren Silvester? Mit einer Wunderkerze vielleicht oder einer Fackel? Es ist nur ein kleiner Verzicht, der eine große Wirkung erzielt. Danke!

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